05 Oktober 2026
Oktoberfest 2026: Wenn die Wiesn zur lateinamerikanischen Fiesta wird
Written by Gerardo Basurco, Posted in Feste, Kultur, Gesellschaft und Bildung
Vater-Tochter-Duo Klaus & Larisa Bacher
Larisa und Klaus Bacher bringen im Schichtl-Zelt bayerische Feststimmung und peruanische Wurzeln zusammen. Ein Rückblick auf eine Rekord-Wiesn – und auf einen musikalischen Moment, der München mit Lateinamerika verbindet.
Eine Münchner Kapelle spielt ein bayerisches Stück, dann folgt der traditionelle Fassanstich: So beginnt unser Video vom Oktoberfest 2026. Doch die musikalische Reise führt bald weit über Bayern hinaus. Im Wirtshaus beim Schichtl stehen Larisa und Klaus Bacher auf der Bühne. Mit „El Cóndor Pasa“, „Despacito“ und einer eigenen Komposition von Larisa bekommt die Wiesn einen lateinamerikanischen Klang. Als mehrere Paare auf die Tanzfläche gehen, wird aus dem Auftritt eine ausgelassene Fiesta.
Eine Wiesn mit Besucherrekord
Am 19. September eröffnete Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause das 191. Oktoberfest im Schottenhamel-Festzelt. Zwei Schläge genügten beim Anzapfen, die erste Maß erhielt traditionsgemäß Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Beide kommen auch in unserem Video mit kurzen Statements zu Wort.
Bis zum 4. Oktober kamen nach der vorläufigen Schlussbilanz der Festleitung rund 7,4 Millionen Gäste auf die Theresienwiese – so viele wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr waren es 6,5 Millionen gewesen. Schönes Spätsommerwetter prägte die 16 Festtage; besonders unter der Woche stiegen die Besucherzahlen. Die Oide Wiesn verzeichnete rund 447.000 Gäste, ausgeschenkt wurden auf dem Oktoberfest etwa 6,7 Millionen Maß Bier.
Die Veranstalter bewerteten die Atmosphäre und das weiterentwickelte Sicherheitskonzept positiv. Trotz des großen Andrangs kam es ihren Angaben zufolge zu keiner kritischen Überfüllung auf dem Festgelände. Zur Bilanz gehört jedoch auch ein trauriges Ereignis: Ein Mitarbeiter verunglückte am Fahrgeschäft „Hangover“ tödlich.
Eine Familiengeschichte zwischen Bayern und Peru
Für Peru-Vision liegt der besondere Reiz der Wiesn auch in den persönlichen Geschichten hinter dem Fest. Bereits 2025 stellten wir das Vater-Tochter-Duo Klaus und Larisa Bacher vor. Klaus hatte seine spätere Frau aus Peru 1985 auf dem Oktoberfest kennengelernt. Aus dieser Begegnung entstand eine Familie, in der bayerische und peruanische Kultur zum Alltag gehören.
Larisa wuchs mit beiden Welten auf. Im damaligen Interview erzählte sie von ihrer Begeisterung für lateinamerikanische Tänze, die sie ihrer Mutter verdankt, und vom gemeinsamen Musizieren mit ihrem Vater. Der diesjährige Auftritt knüpft an diese Geschichte an: Die Verbindung zu Peru ist Teil ihrer Familiengeschichte und findet zugleich auf der Bühne ihren Ausdruck.
Von „El Cóndor Pasa“ zur tanzenden Fiesta
Mit „El Cóndor Pasa“ rückt das Duo Peru musikalisch ins Zentrum des Auftritts. Auf der Münchner Wiesn bekommt die vertraute Melodie einen besonderen Rahmen: Mitten im bayerischen Festzelt öffnet sich ein Fenster zur Andenwelt.
Danach führt „Despacito“, der Welthit aus Puerto Rico, die musikalische Reise weiter. Vor allem im Anschluss an dieses Stück nimmt die Feier auf der Tanzfläche Fahrt auf. Mehrere Paare tanzen, und die lateinamerikanische Fiesta entfaltet sich mitten im Schichtl-Zelt. Das Publikum trägt den Auftritt mit und macht aus der Musik ein gemeinsames Fest.
Zum Programm gehört außerdem eine eigene Komposition von Larisa Bacher. Neben den bekannten Liedern erhält damit auch ihre persönliche musikalische Stimme Raum.
Diese Szene bleibt über die großen Zahlen der Wiesn hinaus in Erinnerung. Sie zeigt, wie eine bayerische Tradition Platz für andere musikalische Ausdrucksformen schafft – und wie peruanische Wurzeln in München lebendig werden. Bei Larisa und Klaus Bacher führt dieser Weg von einer Begegnung auf der Wiesn bis auf die gemeinsame Bühne.
Quellen: Oktoberfest.de, Tagesschau, 19. September 2026 und Oktoberfest.de2
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About the Author
Gerardo Basurco
Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.


