Bei den Diskussionen im Vorfeld der anstehenden Präsidentschaftsstichwahl in Peru geht es sehr oft um die Frage des angestrebten Modells - gemeint ist das Wirtschaftsmodell.
Keiko Fujimori geht es um die Rettung des von ihrem Vater Alberto Fujimori eingeführten neoliberalen Modells, das von den auf ihn folgenden Präsidenten weiterverfolgt wurde. In Artikel 58 der Verfassung von 1993 heißt es aber "… die Privatinitiative wird in einer sozialen Marktwirtschaft ausgeübt", in Peru oder besser bei den Politikern Perus versteht man hierunter vielmehr eine freie Marktwirtschaft oder "Liberalismus".
Pedro Castillo hingegen fordert einen Paradigmenwechsel, u.a. soll die Rolle des Staates verstärkt und das Auslandskapital, vor allem im Bereich der Ressourcenausbeutung (Bergbau, Fischerei, Holzwirtschaft), reglementiert werden.
Ist eine grundsätzliche Infragestellung des Wirtschaftsmodells notwendig?