16. Junio 2015

Retrato: Alfonso W. Quiroz Norris (1956-2013)

Von Gerardo Basurco - Redactor

Retrato: Alfonso W. Quiroz Norris (1956-2013)

Der peruanische Historiker Alfonso Quiroz Norris, Autor der hier vorgestellten Geschichte der Korruption in Peru, verstarb am 2. Januar 2013, nachdem er dreieinhalb Jahre gegen eine seltene und aggressive Art von Krebs gekämpft hatte. Er war 56 und hatte Bücher zum Verständnis der wirtschaftlichen und politischen Geschichte seines Landes geschrieben.

Alfonso Quiroz studierte an der Päpstlichen Katholischen Universität in Lima  und promovierte in den Achtziger Jahren an der Universität von Columbia in den USA unter der Leitung von Herbert S. Klein, Lehrer einer ganzen Generation von peruanischen Historikern. Er erhielt danach einen Lehrstuhl am Baruch College der City University in New York, aber immer wieder besuchte er Peru, nahm an Konferenzen teil, führte Workshops durch und forschte in Archiven in den USA wie in Spanien.

Sein großes Verdienst ist, die ökonomische Rationalität in die Analyse der peruanischen Geschichte eingeführt zu haben und ihre Thesen mit verlässlichen Quellen zu untermauern. Im Hinblick auf Peru beschäftigten ihn besonders zwei Themen: die neue Interpretation der Auslandsverschuldung und die Auswirkungen der Korruption auf die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung des Landes.

Alfonso Quiroz genoss die Achtung der Historiker weltweit, er war unter anderem Gastdozent an der Freien Universität Berlin (2010) und veröffentlichte die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten im Ibero-amerikanischen Archiv (1985).

Hervorzuheben ist auch seine Fähigkeit, komplizierte Zusammenhänge unterhaltsam darzustellen, so auch in seinem Werk „Corrupt Circles. A history of unbound graft in Peru“ (2008), dessen spanische Ausgabe „Historia de la corrupción en el Perú“ erst 2013 erschienen. Dieses Buch gewinnt an Aktualität, wenn wie in diesen Wochen die Frau des peruanischen Präsidenten, Nadine Heredia, der Korruption bezichtigt wird und wenn in der Wahlkampagne des 2014 wiedergewählten Bürgermeister Limas, Castañeda Lossío, der Slogan „er stiehlt, aber arbeitet“ („roba, pero hace obra") kursiert. Zudem sind mehrere der Parteien, die sich für die Präsidentschaftswahlen von 2016 stellen, in Korruptionsaffären verwickelt.

Über den Autor

Gerardo Basurco - Redactor

Gerardo Basurco - Redactor

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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