08. November 2022

Juan Stoessel: Ayacucho nimmt Fahrt auf

Von Juan Stoessel Flórez, Gerardo Basurco, Themen Newsletter - 17. November 2022 | Nachrichten zum Tourismus in Peru | Wirtschaftsnachrichten

Flugstrecke Cusco-Ayacucho eröffnet

Monumento al Mariscal Sucre, Plaza de Armas Ayacucho, © Narbo Peralta Rodríguez

Diese ist die deutsche Version des von Juan Stoessel auf Spanisch am 6.11.2022 in der peruanischen Zeitung Peru21 erschienenen Artikels. Hierbei geht es um die Eröffnung der Flugstrecke Cusco nach Ayacucho.

"Die neue Flugverbindung wird sich auch positiv auf den Inlandstourismus auswirken und einen positiven Kreislauf zugunsten der gesamten Region in Gang setzen..."

Ayacucho hatte schon immer ein großes touristisches Potenzial. Es ist ein Reiseziel, an dem die Touristen von der Prä-Inka-Zeit (archäologischer Komplex Wari), der Inka-Zeit (Vilcashuamán, Hauptstadt von Chinchaysuyo), der Kolonialzeit (die exquisiten kolonialen Herrenhäuser und Tempel der Stadt) bis zur Unabhängigkeit (die Pampa de Ayacucho, Schauplatz der letzten großen Befreiungsschlacht) reisen können. Besonders hervorzuheben ist das Kunsthandwerk von Ayacucho, das dieses große Erbe auf unvergleichliche Weise zum Ausdruck bringt.

Aber in den Spitzenzeiten hat Ayacucho nicht mehr als 5 oder 6 Tausend Ausländer pro Jahr empfangen (Machu Picchu vor der Pandemie hatte 3,3 Tausend pro Tag). Warum? Mit einem Wort: Konnektivität. Ohne sie kommt der Tourismus nicht in Schwung. Mit diesem Ziel vor Augen traten Confiep und Comex vor einem Jahr an die Behörden der Region und an Promperu mit dem Vorschlag heran, eine Flugverbindung zwischen Cusco und Ayacucho einzurichten, die es den Besuchern der Kaiserstadt erleichtern würde, Ayacucho in ihre Rundreise einzubeziehen.

Der Vorschlag fand Anklang, und dank der tatkräftigen Unterstützung von Latam und den Handelskammern von Ayacucho und Cusco wurde der erste Flug vor zwei Tagen eröffnet. Die Erwartungen sind sehr hoch; im ersten Jahr soll der Einreiseverkehr um das Fünffache steigen. Dies ist sehr wichtig, da der ausländische Tourist Devisen einbringt und ein höheres Ausgabenniveau hat als der einheimische Tourist. Aber logischerweise wird sich die neue Flugverbindung auch positiv auf den Inlandstourismus auswirken und so einen positiven Kreislauf zugunsten der gesamten Region in Gang setzen. Dies ist eine großartige Nachricht für den Tourismus, die nicht nur einer Region, die es braucht, Entwicklung bringen wird, sondern auch zeigt, dass etwas passiert, wenn der private Sektor und die Behörden eine gemeinsame Basis finden und Hand in Hand arbeiten. Der Pfad ist festgelegt. Wir werden bald sehen, dass weitere derartige Initiativen in anderen vernachlässigten Regionen des Landes nachgeahmt werden.

Quelle: Peru21

Ayacucho in Kürze

1200px Peru Ayacucho DepartmentAyacucho liegt in der südlich-zentralen Zone der peruanischen Anden mit einer Gesamtfläche von 43 821 km2 (3,4% der Gesamtfläche Perus) und 659 061 (2018 geschätzt) Einwohner. Seine Oberfläche hat ein sehr zerklüftetes Gelände, wo die Flüsse Apurímac, Pampas und Mantaro beeindruckende Canyons bilden.
Die Region Ayacucho ist eine der Ärmsten Perus: In Ayacucho schwankte die monetäre Armut im Jahr 2018 zwischen 32,9 % und 36,2 % und die extreme Armut zwischen 6,0 % und 7,7 %.
Der Bergbau ist die bedeutendste wirtschaftliche Aktivität der Region (Gold und Silber), gefolgt von der Land- (Kartoffel, Quinoa, Kakao und Kaffee) und Viehwirtschaft (Rinder).

Über den Autor

Juan Stoessel Flórez

Juan Stoessel Flórez

Gründer und CEO von Casa Andina, der größten und wichtigsten Hotelkette in Peru, die seit mehr als 19 Jahren besteht. Studium des Gastgewerbes und des Hotel- und Restaurantmanagements an der Johnson & Wales University und anschließend an der Cornell University in Hotelmanagement für General Manager.

Bis 2002 war er Generaldirektor der Hotelkette Sonesta Posadas de Inca. Er ist auch Partner und Präsident des Verwaltungsrats von Cusco Restaurants S.A.C. (Restaurantkette in Cusco) und Mitglied des Verwaltungsrats der Sociedad Hoteles del Perú.

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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