03. Februar 2013

Die Landwirtschaft - Perus neue Wachstumslokomotive?

Von Gerardo Basurco - Redakteur, Themen Binnenwirtschaft | Landwirtschaft

Dynamischer Sektor mit Exportpotenzial

Die Landwirtschaft - Perus neue Wachstumslokomotive?

Das Wirtschaftswachstum Perus in den letzten Jahren war beeindruckend (2006:7,7%, 2007:8,9%, 2008:9,8%) und ist trotz der negativen Weltwirtschaftsentwicklung seit 2009 mit 6,9% in 2011 und mit voraussichtlich 6,3% in 2012 immer noch hoch. Zwischen 2000 und 2011 haben sich die Gesamtexporte auf ca. 45 Mrd. US $ vervierfacht, wobei die Bergbauexporte einen Anteil von 2/3 stellen.

Anhand dieser Zahlen könnte der Eindruck entstehen, dass Perú ein Bergbauland sei. Zieht man jedoch andere volkswirtschaftliche Kennzahlen in Betracht, fällt der Bergbausektor im Vergleich zur Landwirtschaft weniger ins Gewicht. So stellt der Bergbausektor nur 4,9% des Bruttosozialproduktes, der landwirtschaftliche Sektor dagegen 7,2%. Zudem arbeiten im landwirtschaftlichen Sektor ca. 25% der gesamten Erwerbsbevölkerung, im Bergbausektor dagegen nur rund 1,3%.

Ferner zeigt sich der Landwirtschaftssektors als ein sehr dynamischer Sektor unter den produktiven Sektoren und ist in den letzten Jahren mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten stark gestiegen. Das Nationale statistische Institut „INEI“ veröffentlicht für den Monat Dezember 2012 eine Wachstumsrate der Landwirtschaft von 11%. Verantwortlich hierfür ist die Nahrungsmittelproduktion sowohl für den Binnenmarkt als auch für ausländische Märkte. Betrachtet man die Exportzahlen, steht die Landwirtschaft mit einem Ausfuhranteil von fast 10% an zweiter Stelle direkt nach dem Bergbausektor. Überdies hat der landwirtschaftliche Bereich zur Verminderung der Armut beigetragen, weil er Arbeitsplätze hauptsächlich in ländlichen Regionen geschaffen hat, wo die ärmeren Bevölkerungsschichten leben.

Traditionellerweise exportierte Peru Rohrzucker, Baumwolle und Kaffee, wobei in den letzten Jahren auch vermehrt Spargel, Mangos, Avocados und Weintrauben in das Exportangebot aufgenommen wurden.

Physalis Peruviana

Peru ist ein äußerst vielseitiges Land, das 84 der 104 auf der Erde bekannten Lebenszonen umfasst und verfügt über ca. 8 Mio. ha landwirtschaftlich nutzbares Land. Das und die Vielfalt seiner ökologischen Ebenen bietet dem Land den Vorteil, nahezu alle Lebensmittel über das ganze Jahr anbauen zu können.

Aktuell ist Peru das Partnerland auf der internationalen Messe FRUIT LOGISTICA 2015 in Berlin, die als wichtigste Business- und Kommunikationsplattform der Fruchthandelsbranche weltweit gilt. Mehr als fünfzig peruanische Unternehmen und Organisationen werden hier ihre vielfältigen Produkte präsentieren und den wirtschaftlich so bedeutenden Sektor ihres Landes vertreten und vermarkten.

Ob sich die Landwirtschaft in den nächsten Jahren als Lokomotive der peruanischen Wirtschaftsentwicklung behaupten kann, bleibt abzuwarten. Aber eines steht fest: Das Potential hierzu ist sicherlich vorhanden.

Über den Autor

Gerardo Basurco - Redakteur

Gerardo Basurco - Redakteur

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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