05. Mai 2021

Fanny Dolorier | Fanny's La Estación - Produkte aus Peru und Lateinamerika in München

Von Guerlio Peralta - Redakteur, Themen Newsletter - 2021 - 06. Mai | Handel

Peruanerin aus Lima betreibt in der deutschen Traditionshauptstadt München einen der ersten lateinamerikanischen Läden in Deutschland

Fanny Dolorier | Fanny's La Estación - Produkte aus Peru und Lateinamerika in München

In den letzten Jahren ist es keine Seltenheit mehr, peruanische Produkte in deutschen Einkaufszentren und Geschäften zu finden: Avocados, Mangos, Spargel, Weintrauben, Heidelbeeren ...

PromPerú hat außergewöhnliche Arbeit geleistet, um peruanische Unternehmen auf den wichtigsten Fachmessen des Landes zu präsentieren, wie z.B. Fruit Logistica und ITB in Berlin, Biofach in Nürnberg oder Anuga in Köln.

Auf der anderen Seite gibt es eine Fülle von Importeuren und Händlern, die sich für peruanische Produkte aus verschiedenen Branchen engagieren und so zu Wegbereitern der heutigen erfolgreichen Verbreitung dieser Produkte wurden. Beispiele für die Heldinnen dieser Erfolgsgeschichte sind Ana Rosa Trelles von Pisco de Oro e.K., Alicia Eisele von Amacosi - peruanischer Silberschmuck, Esmilda Huancaruna von Café Altomayo, María Marthaler von Makumayu - Alpaka-Mode oder Fanny Dolorier, Gründerin und Inhaberin eines der ersten Läden für lateinamerikanische Produkte in Deutschland, die wir in diesem Artikel zusammen mit ihrem Laden Fanny's La Estación vorstellen.

Fanny Dolorier - Händlerin durch Direktvererbung

Tatsächlich kam sie nur nach Deutschland, um ihre Eltern Elisa und Rubén bei der Hochzeit ihrer Schwester zu vertreten, und wahrscheinlich von ihr inspiriert, heiratete sie bald den deutschen Freund, den sie auf dieser Reise kennen lernte. Ihr frischgebackenen Mann, ein Computerhändler, bot ihr die Möglichkeit, in diesem Land der disziplinierten, korrekten und pünktlichen Menschen in die Geschäftswelt einzutauchen. Der Prozess der Anpassung war hart, aber von Erfolg gekrönt.

Und 2007, nach ihrer Ausbildung zur Groß-Außenhandelskauffrau, eröffnete sie am Bahnhof im Münchner Stadtteil Moosach ihr eigenes Geschäft: Fanny's - La Estación. Neben lateinamerikanischen Produkten bot Fanny eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen an, die für einen Bahnhofsladen typisch sind.

Mit ihrer natürlichen Sympathie und ihrer Hingabe zu ihrem Geschäft erlangte sie schnell eine Popularität, die ein Publikum aus vielen Ecken der Metropole in ihr Geschäft zog. Während dieses Anpassungsprozesses an ihren neuen Lebensraum hörte Fanny nie auf, sich als Peruanerin zu fühlen und sagt, dass die Tugenden, die sie mit ihrer Identität mitbrachte, ohne sich dessen bewusst zu sein, den Unterschied ausmachten, um ihren Erfolg zu festigen.

Im August 2020 zog sie mit ihrem Geschäft in den Stadtteil Neuhausen, wo sich das berühmte Schloss Nymphenburg befindet. Sie hat sich entschieden, in ihrem neuen Laden ausschließlich lateinamerikanische Produkte anzubieten, nicht zuletzt, weil es ihr große Freude bereitet, ihren Latinos den Genuss der Produkte ihres Kontinents zu ermöglichen. Diese Aufgabe erfüllt am meisten ihr Herz.

Fanny - Immer noch Peruanerin oder mittlerweile Deutsche?

1996 wurde sie deutsche Staatsbürgerin, ihr Mann reiste durch die ganze Welt und um ihn als Peruanerin zu begleiten, musste sie für jedes Zielland ein Visum beantragen. Um die deutsche Staatsangehörigkeit zu erhalten, musste sie auf ihre peruanische Staatsangehörigkeit verzichten. Sie erinnert sich, dass sie ihre Tränen nicht zurückhalten konnte, als ihre peruanischen Identitätspapiere annulliert wurden.

Und nach mehr als zwei Jahrzehnten in Deutschland fühlt sich Fanny immer noch sehr peruanisch. Sie versuchte dreimal, nach Peru zurückzukehren, aber die Umstände ließen es nicht zu. Als Deutsche mit peruanischem Herz verfolgt sie die Geschehnisse in Peru und deren Entwicklung sehr genau. Vor allem hält sie es für wichtig, die Bevölkerung mit einer guten Ausbildung und einem guten Beruf zu unterstützen, was eine wichtige Grundlage für den Mentalitätswandel ihres peruanischen Volkes sein sollte.


Lokal Fanny's La Estación
Logo Fanny's La Estación
Schloss Nynphenburg


Über die besonderen Eigenschaften von Peruanern

Fanny sagt, der Schlüssel zu ihrem Erfolg habe vor allem darin bestanden, ihren Kunden viel Liebe zu geben und sich als Inhaberin ihres Ladens selbst um sie zu kümmern. Dies zusammen mit den Qualitäten, die sie bei den Peruanern sieht, Risiken einzugehen und sich an alle Umstände anzupassen, ermöglicht es ihnen, ein Unternehmen in China oder Deutschland, überall auf der Welt, zu gründen. In ihren Augen sind Peruaner sehr fleißig, sie haben einen großen Wunsch, sich zu verbessern und die Kraft, voranzukommen.

So konnte Fanny ein hervorragendes Vertrauensverhältnis zu ihren Mitarbeitern, Händlern und Banken aufbauen. In Deutschland hat sie gelernt, dass Dinge in Ordnung zu haben bedeutet, sich auf die Pflege und Entwicklung des Unternehmens konzentrieren zu können.

Allerdings macht sie einen Unterschied, sie sagt, dass Frauen aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit bessere Erfolgschancen haben, während Männer in dieser Hinsicht mehr Schwierigkeiten hätten, weil sie an ihrem Latino-Charakter festhalten.

¿Und wo ist die Zukunft?

In erster Linie ist ihre Zukunft darauf ausgerichtet, das Heranwachsen ihrer 12-jährigen Tochter Channel zu begleiten, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist und sich auch als Peruanerin fühlt. Und Channel all die Lektionen weiterzugeben, die das Leben Fanny auf dem Weg in die Selbstständigkeit gelehrt hat, als sie wagte, hier einen peruanischen Laden zu eröffnen.

Und dann den Laden so weit zu haben, um ihn jemandem anvertrauen zu können und mit Channel für vielleicht ein Jahr nach Peru zu reisen. In das Land, das Channel im Schoß ihrer peruanischen Familie kennen und vermissen gelernt hat, und um das Essen und die Zuneigung dieses fröhlichen Menschenschlags zu genießen.


Über den Autor

Guerlio Peralta - Redakteur

Guerlio Peralta - Redakteur

Guerlio Peralta verfügt über langjährige Erfahrung im Management von IT-Projekten im CRM- und Support-Bereich. Seit 2007 hat er sich auf die Konzeption, Erstellung, Administration und Pflege von Internet-Portalen spezialisiert. Bei Peru-Vision ist er redaktionell zuständig für die Bereiche Tourismus und Gastronomie. Außerdem ist er zuständig für Technik, Kultur und Multimedia sowie für den Vertrieb.

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