16. Juni 2014

Peru plant 400 Mio. Dollar teure Trinkwasser-Gewinnung in den Anden

Themen Investition geplant | Wasserversorgung | Wirtschaft

Im kommenden Jahr will die peruanische Regierung ein Stausee- und Wasserleitungssystem in den Anden für 400 Millionen US-Dollar in Auftrag geben. Die Ausschreibung hat vor einigen Wochen begonnen, Anfang Juni wurde das Vorhaben auf der "Singapore International Water Week" einem größeren Kreis von Investoren und Beratungsunternehmen, auch aus Europa, vorgestellt. Das Projekt soll dazu dienen, die Haupstadt Lima mit Trinkwasser aus dem Gebirge zu versorgen.

So soll in der Regenzeit Oberflächenwasser aus dem Gebiet des Flusses Yaulí durch neue Kanäle und Rohre in die Stauseen Pomacocha und Huallacocha Bajo geleitet werden. Hierzu ist die Vergrößerung der bestehenden Talsperren nötig. In den niederschlagsarmen Monaten wird dann das Wasser aus den Seen in den Fluß Blanco eingespeist, und zwar durch einen zehn Kilometer langen Tunnel durch das Gebirgsmassiv der Anden. Am Unterlauf des Blanco, dem Río Rimac, wird ein Teil des Flusswassers in einer dafür zu errichtenden Anlage bei Huachipa (Region Lurigancho-Chosica) in Trinkwasser umgewandelt. Vorgesehen ist eine Kapazität von fünf Kubikmeter pro Sekunde. Dieses Wasser gelangt in einer 25-Kilometer-Rohrleitung nach Lima, wo es sechs Speicher in den Stadtteilen Ate-Vitarte, La Molina, Pachacamac und Villa María del Triunfo mit einem Gesamtvolumen vom 24.000 Kubikmeter füllt.

Das Gesamtprojekt mit dem Namen "Obras de Cabecera y Conducción para el Abastecimiento de Agua Potable para Lima" soll ohne staatliche Kofinanzierung von dem privaten Konzessionär realisiert und anschließend betrieben werden. Nahe dem zehn Kilometer langen Wassertunnel ist ein weiterer Tunnel durch die Anden geplant, der jedoch nicht Teil des Projekts ist, sondern die Eisenbahnstrecke zwischen Lima und Huancayo abkürzen soll (wir berichteten). Hierfür ist die Vorstudie noch nicht abgeschlossen. Das peruanische Verkehrsministerium stellt dies für September in Aussicht. Nächster Schritt ist dann eine Machbarkeitsstudie. Die Kosten für den Eisenbahntunnel bezifferte das Ministerium jetzt mit mindestens zwei Milliarden US-Dollar.

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