28. Dezember 2015

Meilenstein für Landbewässerungsprojekt in Peru

Von Richard Meier, Themen Wasserversorgung | Wirtschaft | Landwirtschaft

In der Küstenzone Perus wird die nächste große Landbewässerung in Angriff genommen. Kurz vor Weihnachten unterzeichneten die Regierung der nordperuanischen Region Piura und ein Konsortium des italienischen Infrastrukturkonzerns Astaldi (51 %) mit dem lokalen Bauingenieurunternehmen Obrainsa (49 %) den Vertrag für den ersten Bauabschnitt des Projekts „Alto Piura“.

Für 474 Millionen Soles (110 Mio. Euro) sollen die privaten Auftragenehmer einen 36 Meter breiten und 10 Meter hohen Staudamm für den Fluss Huancabamba in den Anden und einen 13 Kilometer langen Tunnel mit 4,2 Metern Durchmesser durchs Gebirge zur Ableitung des Wassers in das Tal von Alto Piura errichten. Dort sollen mehr als 30.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche von der Wasserzufuhr profitieren. Die Schaffung der entsprechenden Kanäle und Leitungssysteme ist Teil einer weiteren Ausschreibung, ebenso der Bau von zwei Wasserkraftwerken mit einer Leistung von zusammen 300 Megawatt.

Astaldi-Obrainsa setzte sich zuletzt gegen drei andere Bieter durch, weil diese einen höheren Preis verlangten: Queiroz Galvao, Camargo Correa-Ferrovial und J.J. Camet. Die Ausschreibung wurde vom UN-Büro für Projektdienste (Unops) begleitet. Das Siegerkonsortium will mit den Arbeiten im März beginnen und rechnet mit fünf Jahren Bauzeit. Das peruanische Wirtschaftsministerium stellt die Finanzierung. Astaldi ist in Peru derzeit auch im Bau der Wasserkraftwerke Cerro del Águila (510 MW) und Santa Teresa (98 MW) involviert.

Mit der Auftragsvergabe für Alto Piura ist nun ein Projekt, dessen Planungen schon über 20 Jahre zurückreichen, auf den Weg gebracht. Mitte des Jahres wurde bereits in Südperu mit dem Bau des lange erwarteten Landbewässerunsgprojektes Majes Siguas II begonnen (wir berichteten), nachdem Ende 2013 der Auftrag für ein ähnliches Ausbauvorhaben in Chavimochic erteilt worden war (wir berichteten).

Nicht weit von Piura soll ein 37.000 Hektar großes Gebiet in Puyango-Tumbes beidseits der peruanisch-ecuadorianischen Grenze künstlich bewässert werden. Die Regierungen bekräftigten kürzlich, das Projekt erneut auszuschreiben. (Quellen: Regionalregierung Piura, Landwirtschaftsministerium, Astaldi)

Über den Autor

Richard Meier

Richard Meier

Bei Peru-Vision zuständig für die deutschsprachige Redaktion sowie Industrie- und Infrastrukturthemen.

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