03. April 2026

Kakao aus den Anden erobert München: Eine sinnliche Reise durch 5000 Jahre Geschichte

Von Gerardo Basurco, Themen Feste | Kultur, Gesellschaft und Bildung | Musik

Eine historische Ausgabe in Zeiten globaler Veränderungen

Generalkonsul Stephan Mutze Ponce

Als am 7. März im AmerikaHaus die ersten Takte peruanischer Musik erklangen und der Duft von frisch geröstetem Kakao durch den Saal zog, war eines sofort klar: Hier ging es nicht nur um Schokolade. Es ging um die Seele eines ganzen Kontinents. Unter dem Titel „KulturPeru 2026: Kakao – Eine Reise für die Sinne“ präsentierte Peru in München die faszinierende Geschichte seines kostbarsten botanischen Schatzes – von den rituellen Tränken der alten Kulturen bis hin zu den modernen Exportträumen der peruanischen Bauern.

Der Abend, organisiert vom engagierten peruanischen Verein Centro Cultural del Perú e.V., stand unter der Schirmherrschaft des Generalkonsulats von Peru in München, der Abteilung für kulturelle Angelegenheiten der Stadt München und des Migrationsbeirats. Eine perfekte Mischung aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst, die zeigte, wie lebendig die Verbindung zwischen Peru und Bayern heute ist.

Im ersten Teil des Abends lud ein hochkarätig besetztes Fachgespräch das Publikum ein, tief in die Welt des Kakaos einzutauchen. Lukas Grimmeisen, Vizepräsident des Centro Cultural del Perú, eröffnete die Runde mit Leidenschaft. Neben ihm der renommierte peruanische Archäologe Dr. Quirino Olivera, der die uralten Spuren des Kakaos in den Anden lebendig werden ließ – von den ersten Funden in Gräbern der Mochica-Kultur bis zu den heiligen Ritualen der Asháninka. Der Wirtschaftsexperte Holger Ehrsam beleuchtete die aktuellen Chancen für den peruanischen Kakao-Export nach Deutschland, während Heinz Schulze vom Forum Nord-Süd München e.V. und der Koordinator der Arbeitsgruppe München-Asháninka die kulturelle Brückenfunktion des Kakaos hervorhoben. Den offiziellen Rahmen gab der peruanische Generalkonsul Stephan Mutze Ponce selbst.

Fachreferenten

Was als sachliches Gespräch begann, wurde schnell zu einer mitreißenden Reise durch die Zeit. Die Experten zeigten: Kakao ist weit mehr als ein Rohstoff – er ist Identität, Tradition und wirtschaftliche Hoffnung zugleich.

Der zweite Teil des Abends entführte das Publikum dann vollends in die Welt der Sinne. In einer künstlerischen Performance, die den peruanischen Ursprung des Kakaos und seine Ankunft in Europa erzählte, verschmolzen Geschichte und Gegenwart. Der international gefeierte peruanische Pianist Juan José Chuquisengo zauberte mit seinem Klavier Klänge, die wie der Wind über die Anden strichen, während das Musikduo AnnaLu & Shavez mit mitreißenden Rhythmen und Gesang den Saal zum Vibrieren brachte. Weitere Künstler ergänzten das Programm mit Tanz und visuellen Elementen – ein sinnliches Fest, das die Zuschauer nicht nur informierte, sondern sie regelrecht eintauchen ließ.

5Musik

Mit diesem gelungenen Abend hat Peru nicht nur seinen Kakao präsentiert, sondern auch ein Stück seiner Seele nach München gebracht. Ein kultureller Brückenschlag, der zeigt: Der Weg des Kakaos von den peruanischen Bergen in die bayerischen Herzen ist noch lange nicht zu Ende – er hat gerade erst richtig begonnen.

Quelle: Andina,

Über den Autor

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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