Literatur

08. Mai 2022

César Vallejo: Reden wir spanisch – man hört uns zu

Berichte aus Europa 1923 – 1930

César Vallejo: Reden wir spanisch – man hört uns zu

„Mit 19 Jahren tauchte er in den Städten auf, ein melancholischer Mestize, mager, dunkelhäutig, schwarz gekleidet, mit einer riesigen, pechschwarzen Mähne, das Gesicht beherrscht von großen Augen, die wie Tollkirschen glänzten.“ (Hans Magnus Enzensberger)
César Vallejo (1892 – 1938), vielen Lateinamerikaner einer ihrer größten Dichter im 20. Jahrhundert, emigrierte im Juni 1923, im Alter von 31 Jahren, nach Europa. Er bereiste Frankreich, Spanien, Deutschland, die Sowjetunion, schrieb, um einen mehr als kargen Lebensunterhalt zu sichern, aus Paris, Budapest, Berlin, Moskau und anderen Orten mehr als dreihundert Artikel für peruanische Zeitungen. César Vallejo starb am 15. April 1938 in Paris. Ohne je wieder peruanischen Boden betreten zu haben.

05. Mai 2022

Mesa de la poesía: Migración y escritura

Instituto Cervantes Múnich, 12 de Mayo de 2022, 19 hrs.

Mesa de la poesía: Migración y escritura

Encuentro con las poetas peruanas Patricia Colchado y Roxana Crisólogo, quienes nos hablarán acerca de su proceso creativo, reflexionarán sobre la experiencia de vivir lejos de su país y cómo esta influye en su escritura. Nos compartirán además sus poemas. El conversatorio estará a cargo del poeta y Dr. en Filología Romana Daniel Graziadei.

Instituto Cervantes
Alfons-Goppel Str. 7, 80539 Múnich
12 de mayo, 19 a 20:30 h

25. April 2022

Los perros hambrientos / Die hungrigen Hunde

Los perros hambrientos / Die hungrigen Hunde

Ciro Alegría (1909 - 1967), exponierter Vertreter des peruanischen indigenistischen Romans, erzählt in Los perros hambrientos / Die hungrigen Hunde vom Leben und Sterben der cholos im Norden Perus. Sie leben von dem, was die Felder abwerfen. Von ihren Schafherden. Vom gelegentlichen Verkauf ihrer Hunde. So auch die Familie des Simón Robles, seiner Frau Juana und ihrer Kinder. „Sie kannten nichts weiter als Säen und Ernten. Der Rhythmus ihres Lebens war ganz und gar dem der Erde angepaßt.“

Zambo, Wanka, Shapra, Tinto, Mañu, Gutzahn und die anderen Hunde bewachen das Haus und hüten mit Antuca, Vicenta, Pancho, den Kindern der cholos, die Schafherden. „Die Rasse? Wir wollen lieber nicht davon reden. Eine Mischrasse, wie die Peruaner eine sind. Diese tapferen Hunde, Gäste der Andenkordillere, haben nichts Einheitliches außer ihrer kleinen Statur, dem dicken Fell und der gellenden Stimme. Sie sind bleifarben oder schwarz, rötlich, hellbraun oder scheckig.

14. März 2022

Los ríos profundos / Die tiefen Flüsse

Buchbesprechung

Los ríos profundos / Die tiefen Flüsse

Es gab einen Moment, von dem an ich José María Arguedas‘ Roman nicht mehr nur als die Geschichte eines jungen Indios aus Chaupi las. Ernesto, der mit seinem Vater, einem Anwalt, lange Jahre über Land reist, bis für ihn die gemeinsame Reise in einem katholischen Internat, einem Colegio in Abancay endet.

| Mein Vater fand in seinem ganzen Leben keinen Ort, an dem er gern geblieben wäre; er war ein Anwalt der Provinz, unruhig und unstet. Auf unseren Wanderungen lernte ich mehr als zweihundert Städte und Dörfer kennen. |

Ernesto schließt sich einem Aufstand der Kneipenwirtinnen und Serviermädchen von Abancay an, die der staatlichen Salzverwaltung das Salz entreißen und es an die Armen von Patibamba verteilen. Als ein tödliches Fieber die Bewohner der Stadt heimsucht, verlässt er als letzter Schüler das Colegio.

27. Februar 2022

Kolloquium: Mujeres que lucharon por la Independencia del Perú - Frauen, die für die Unabhängigkeit Perus kämpften

8. März 2022, 19.30 Uhr, Instituto Cervantes, Alfons-Goppel-Str. 7, 80539 München

Kolloquium: Mujeres que lucharon por la Independencia del Perú - Frauen, die für die Unabhängigkeit Perus kämpften

Im Rahmen der Zweihundertjahrfeier der Unabhängigkeit von Peru und aus Anlass der Erscheinung des Buches 21. Relatos sobre mujeres que lucharon por la Independencia del Perú (Ausgabe: Colección Bicentenario Petroperú, 2021) laden das Centro Cultural del Perú e. V. in München und das Instituto Cervantes Múnich zu einem Gespräch zwischen Rosalí León-Ciliotta, mitwirkende Autorin des Buches, und dem peruanischen Autor Walter Lingán ein. Sie werden die Rolle der peruanischen Frau im Kampf um die Unabhängigkeit erörtern sowie ihren Beitrag in einem entscheidenden Moment Perus, in dem die Grundlagen für die Zukunft des Landes geschaffen wurde, sichtbar werden lassen. Die Moderation übernimmt Prof. em. Dr. Dr. Michael Rössner.

08. Februar 2022

Die goldene Stadt

Besprechung eines Romans von Sabrina Janesch

Die goldene Stadt

Mitte der 1960er Jahre. Ich war Schüler an einem naturwissenschaftlichen Gymnasium in Krefeld. Wir sollten über ein Thema, das uns persönlich interessierte, referieren. Ich entschied mich für ein Referat über die Inkastadt Machu Picchu. Ich kann mich weder an meinen Vortrag erinnern noch daran, was meine Wahl bestimmte. Bald fiel diese schulische Episode dem Vergessen anheim. Allein die Faszination schien geblieben. Und wie so oft lassen uns bestimmte Themen nicht mehr los.

Zufällig las ich vor wenigen Wochen auf Perú-Vision Richard Meiers Besprechung eines Romans von Sabrina Janesch: „Die goldene Stadt“ - ein Roman über Rudolph August Berns, einen Auswanderer aus dem Rheinland, den frühen Entdecker von Machu Picchu. Sofort war klar: Dieses Buch musst du lesen. Dass Augusto Berns aus Uerdingen kam, einem Krefelder Stadtteil, konnte mein Interesse nur anheizen.

30. August 2021

Bésala idiota - última novela de Jorge Irribarren

Bésala idiota - última novela de Jorge Irribarren

La reciente novela de Jorge Irribarren permite diversas lecturas: una la de una historia de amor, otra la del devenir de la vida entre dos mundos que se entremezclan a nivel existencial, idiomático y en las formas de la búsqueda de un mundo mejor y por ende de la felicidad.

En este artículo enfocamos la segunda lectura, la que extrae la búsqueda de un mundo mejor en base a las apreciaciones del personaje central en torno al desarrollo político del país.

La novela sigue una secuencia con un período en Perú y uno siguiente en Alemania. Fernando Farfán, el protagonista de la novela, vive los episodios más difíciles de la historia de Perú que fueron los 80/90: crisis económica, el régimen autoritario de Fujimori y el terrorismo de Sendero Luminoso.

08. April 2021

Pablo Geschichten aus Peru

Pablo Geschichten aus Peru

Verbrechen, die aufgeklärt, aber nicht gesühnt werden. Geschichten, eingebunden in verschiedene Regionen Perús, die von seinen Menschen, der neueren Geschichte und so manchen wirtschaftlichen Aktivitäten erzählen.

Der Tod des Novios spielt zu Zeiten des Terrorismus im Osten des Landes. Pablo gelingt es, die Mörder des Bräutigams einer jungen Frau
ausfindig zu machen. Personen, die nicht vor Gericht gestellt werden können. Trotz der fehlenden Sühne entwickelt sich die Geschichte zu einer intensiven Beziehung zweier Menschen.

17. Oktober 2020

HAY Festival Digital Arequipa 2020

28. Oktober - 8. November 2020

HAY Festival Digital Arequipa 2020

Das Hay Festival Digital Arequipa 2020, in dieser 100% virtuellen und kostenlosen Ausgabe, findet vom 28. Oktober bis 8. November 2020 mit 79 Veranstaltungen statt. Das Festival umfasst 79 sowohl aufgezeichnete als auch Live-Veranstaltungen über die Zoom-Plattform. So wird dem Publikum bei der Übertragung aller Sitzungen ermöglicht, mit den Teilnehmern zu interagieren.

Ausschließlich das Kinderprogramm wird direkt auf der Festival-Website ausgestrahlt.

Die einzelnen Veranstaltungenen werden aufgezeichnet und stehen dem Publikum aus der ganzen Welt bis zum 15. November zur Verfügung. Einige Veranstaltungen werden in Radio und Fernsehen ausgestrahlt, um die Erreichbarkeit des Programms insbesondere in Gebieten mit schwierigem Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Nehmen Sie teil und melden Sie sich unter https://www.hayfestival.com/arequipa!

02. September 2020

Cabo Blanco - Mit Ernest Hemingway in Peru

Ein Buch von Wolfgang Stock

Cabo Blanco - Mit Ernest Hemingway in Peru

Am 15. April 1956 brechen Ernest Hemingway und seine Ehefrau Mary Welsh von ihrem Wohnsitz San Francisco de Paula nahe Havanna auf zu einer mehrwöchigen Reise nach Cabo Blanco. In dem abgelegenen peruanischen Fischerdorf sollen die Außenaufnahmen zur Hollywood-Verfilmung von Der alte Mann und das Meer stattfinden.

Fast jeden Tag, von früh bis spät, wird der bärtige US-Amerikaner mit einigen guten Freunden hinaus auf den Pazifik fahren. Warum ist Ernest Hemingway so versessen darauf, in Peru einen Schwarzmarlin zu fangen? Dieses größte Lebewesen, das der Mensch mit eigener Kraft zur Strecke bringen kann.

06. August 2019

Die peruanische Illustratorin Betty Conhoff veröffentlicht ihr erstes Bilderbuch in deutscher Sprache

Die peruanische Illustratorin Betty Conhoff veröffentlicht ihr erstes Bilderbuch in deutscher Sprache

Die diplomierte Illustratorin Betty Conhoff (geb. Arias) lebt in Sindelfingen und hat am 1. August dieses Jahres ihr erstes Bilderbuch in deutscher Sprache in Zusammenarbeit mit der Autorin Henrike Lippa-Wagenmann veröffentlicht: "Ein Kuss für Willi Wunderpus".

Betty ist in einer Hafenstadt am Pazifik groß geworden und seitdem sie sich erinnern kann, sind Papier und Bleistift treue Begleiter in ihrem Leben. Noch heute hat sie die schönsten Erinnerungen an die tollen abendlichen Spazierfahrten mit Papa, um Comics zu kaufen.

2014 hat sie ihr Kunststudium in Stuttgart abgeschlossen und seither arbeitet sie als freiberufliche Illustratorin im eigenen Atelier.

2019 ist überhaupt ein gutes Jahr für die Arbeit von Betty. Ein weiteres Bilderbuch von ihr gehört zu den 18 Finalisten im Bilderbuchillustrationspreis Meefisch 2019, dessen Gewinner aber erst am 7. Dezember 2019 in Marktheidenfeld offiziell bekannt gegeben wird. Wir wünschen Betty viel Erfolg bei diesem Wettbewerb!

03. April 2019

Renato Cisneros - Sein Roman "Die Entfernung, die uns trennt" in deutscher Sprache erschienen

2018 Pen Translates Awards | 2017 Nominiert für den Prix Médicis | Ausgezeichnet mit dem Prix Transfuge du meilleur roman de Littérature Hispanophone | Finalist für den Vargas Llosa Biannual Award

Renato Cisneros - Sein Roman

Als Sohn eines der wichtigsten Generäle der peruanischen Militärdiktatur, des Generalobersts Luis Federico Cisneros, genannt El Gaucho, hatte Renato Cisneros Einblick in die Vorgänge hinter den Kulissen, die uns Europäern praktisch unbekannt sind. Doch der berüchtigte El Gaucho hütete noch ein ganz anderes, schmerzhaftes Geheimnis: die große, ihm verwehrte Liebe seiner Jugend.

Renato Cisneros erzählt von der Suche nach diesem Geheimnis seines Vaters. Sie offenbart, wie der Konflikt zwischen Leidenschaft und Konvention Menschen über Generationen hinweg formt, deformiert und wiederkehrende Muster erzeugt. Jahrelange Recherche fließt hier zusammen zu einem Fresko, das in gleicher Weise persönlich, historisch und universal ist.

10. Dezember 2017

Erasmo Cachay - peruanischer Schriftsteller und Ingenieur

Erasmo Cachay - peruanischer Schriftsteller und Ingenieur

A los 19 años llegó a Alemania a estudiar una profesión, se graduó de ingeniero electrónico y es actualmente jefe de proyectos de una multinacional alemana en Stuttgart. Completamente integrado a la sociedad alemana, Erasmo vive entretanto más años en Alemania que en su país natal.

Su pasión por la literatura, que se inició escribiendo historias a temprana edad, no ha mermado con los años. En 2015 publicó su primera novela en español, “La casa Dreyfuss”, y ahora nos entrega su segunda obra en prosa titulada “Después del nuevo amanecer”.

Asimismo, el vínculo con su país de origen se ha mantenido a pesar de sus largos años en Alemania, lo que se pone de manifiesto en la temática de claros rasgos autobiográficos de sus dos obras novelísticas.

18. November 2017

„Die goldene Stadt“ - ein Roman über den deutschen Entdecker von Machu Picchu

„Die goldene Stadt“ - ein Roman über den deutschen Entdecker von Machu Picchu

Da staunt man ein zweites Mal. Die sagenhafte Inkastadt Machu Picchu auf einem Bergsattel im peruanischen Urwald wurde nicht erst 1911 von dem amerikanischen Historiker Hiram Bingham entdeckt, sondern vierzig Jahre früher vor einem Mann, der um 1840 als Sohn eines Weinhändlers in Uerdingen am Niederrhein geboren und aufgewachsen war, einige Jahre in Berlin ein Hugenottengymnasium besuchte, nach dem Unfalltod seines Vaters als Schlosser in einer Fabrik bei Solingen arbeitete, bevor er sich heimlich nach Peru einschifft, weil er von den Inka begeistert ist und die Vision hat, El Dorado finden zu können.

13. September 2017

"From Ashes to Naches"

Rezension des Buches von Fred Reich in Zusammenarbeit mit José Antonio Salas

Fred Reich

Nach Auschwitz

Als die Sowjetarmee Auschwitz am 27. Januar 1945 befreite, endete das Martyrium für Kurt Reich, 21-jährig, der das Schrecken überleben konnte. Doch die endgültige Befreiung von dieser Tortur ließ noch Wochen auf sich warten, denn noch stand ihm zusammen mit etwa Tausend weiteren Häftlingen ein Todesmarsch nach Theresienstadt bevor. Es überlebten gerademal 129, die das Ziel am 7. Mai erreichten– körperlich wie auch psychisch in einem desolaten Zustand. Danach, mit knapp 30 Kilo Körpergewicht und der tätowierten Nummer A-1146 am linken Arm, schien der Alptraum vorerst ein Ende gefunden zu haben. Nach einem 3-monatigen Aufenthalt in einem Wiener Krankenhaus setzte allmählich so etwas wie eine Genesung ein. Doch auf die Frage, ob Kurt Reich sich ein Leben danach in Wien vorstellen könne, antwortete er, er wolle ganz einfach Europa verlassen und ein neues Leben anfangen.

09. Januar 2017

"Peru Heute": Ein neuer Sammelband zur Kultur, Wirtschaft und Politik Perus

Das Kompendium Peru Heute füllt eine Lücke in der Literatur zu Peru in deutscher Sprache. Es handelt sich um eine sorgfältige Auswahl von fundierten Beiträgen in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Politik, die von Peru-Kennern geschrieben wurden. Das Werk besticht durch seine Aktualität. Der Beitrag von Peter Birle z.B. setzt sich mit den jüngsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen auseinander und befasst sich mit der Blockade der Staatsgewalten. Er zeigt die Instrumente auf, die die peruanische Verfassung für die Lösung dieser Spannungen und Konflikte vorsieht, etwa die Delegierung des Rechts, Dekrete zu erlassen, an die Regierung, das Misstrauensvotum des Parlaments gegen einen einzelnen Minister oder das gesamte Kabinett, das Aussprechen der Vertrauensfrage durch den Präsidenten oder die Auflösung des Parlaments.

05. November 2016

Erasmo Cachay: ein Ingenieur und Schriftsteller aus Peru

Erasmo Cachay: ein Ingenieur und Schriftsteller aus Peru

Erasmo Cachay wurde 1977 in Lima geboren und besuchte die amerikanische Schule im wohlhabenden Stadtviertel Miraflores der peruanischen Hauptstadt Lima. Der Vater stammte aus der nordandinen Stadt Cajamarca und die Mutter aus Ica, an der Küste südlich von Lima gelegen. Schon im frühen Alter schrieb er Gedichte und Erzählungen, die allerdings nicht publiziert wurden. Er lebte in Peru zu einer Zeit, in der die Bewegung „Leuchtender Pfad“ das Land terrorisierte und anschließend der Präsident Fujimori einen Selbstputsch vollzog und das Land mit autoritärer Hand regierte. Diese Entwicklungen bewegten Cachay, sein Glück fern von der Heimat zu suchen.

 

28. März 2016

Verfall im Herzen der Hauptstadt - zum neuesten Roman von Mario Vargas Llosa

Verfall im Herzen der Hauptstadt - zum neuesten Roman von Mario Vargas Llosa

Er wollte eine Geschichte über ein Charakteristikum der Fujimori-Diktatur schreiben, sagte Mario Vargas Llosa bei der Vorstellung seines neuesten Romans Anfang März in Madrid, und dieses sei, dass Fujimori und sein Geheimdienstchef Montesinos die Boulevardpresse benutzten, um ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen oder zu bestrafen.

Dem Leser des Buchs begegnet diese Form oder vielmehr Deformation des Journalismus in der Gestalt Rolando Garro, dem Herausgeber eines Skandalblatts, das sich darauf spezialisiert hat, Prominenten aus dem Showgeschäft durch Schmähartikel und entstellende Aufnahmen zu schaden.

Rolandos neuestes Opfer ist aber kein Unterhaltungskünstler, sondern der leitende Ingenieur eines Bergbauunternehmens, Enrique Cárdenas, den er mit kompromittierenden Fotos zu erpressen versucht. Die Geschichte entwickelt sich wie ein Krimi, mit Montesinos im Hintergrund. Erzählerisch spielt Vargas Llosa dabei seine Gaben und Raffinessen (man könnte auch beanstanden: seine Routine) aus, wie eine farbige, Lokalkolorit tragende Sprache oder die kontrast- und beziehungsreiche Verschränkung von Szenen.

26. Februar 2016

Peru-Buch: Ulrike Fokkens "Gebrauchsanweisung für Peru"

Peru-Buch: Ulrike Fokkens

Vergangenes Jahr erschien im Piper-Verlag ein Band, der die insgesamt nicht üppige  deutschsprachige Literatur zu Peru um eine Darstellung landeskundlicher und aktueller Themen erweitert. Das Buch ist unterhaltsam und kenntnisreich geschrieben. Es hebt auf Außergewöhnliches ab – und erscheint dadurch an manchen Stellen plakativ.

03. Dezember 2015

Die tiefen Flüsse

Der peruanische Schriftsteller José María Arguedas starb vor 46 Jahren

Die tiefen Flüsse

Wenn man in Peru aufgewachsen ist und einem unterschwellig Quechua-Blut durch die Adern fließt, kann es passieren, dass unweigerlich tiefe Tränen beim Lesen der Romane und Erzählungen von José María Arguedas fließen. Es ist nicht nur die Beschreibung der Missstände und Demütigungen, welche die indigene Bevölkerung erleidet, sondern auch die Offenbarung einer Weltanschauung, die man in ihrer Ausdrucksweise als warm, zärtlich, großzügig, solidarisch und respektvoll gegenüber der Natur empfindet, und die Erkenntis, dass man dies unbewusst in sich trägt. Tränen, die man auch als "innere Reinigung" und Bestätigung der eigenen Identität empfindet.

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