12. März 2013

Vargas Llosa erzählt von Helden hinter dem Wirtschaftsboom

Von Richard Meier, Themen Kultur | Literatur

Der neue Roman des peruanischen Literaturnobelpreisträgers Mario Vargas Llosa ist heute in Lateinamerika und Spanien erschienen. "El héroe discreto" – die deutsche Übersetzung mit dem Titel "Ein diskreter Held" kommt am 16. September in die Buchläden – handelt von zwei Geschäftsleuten, die der Korruption und anderen moralischen Problemen als einer Kehrseite des Wirtschaftsaufschwungs widerstehen. Der einfache Spediteur Felícito Yanaqué in der nordperuanischen Küstenstadt Piúra wird von der Mafia erpresst, dem erfolgreichen Versicherungsunternehmer Ismael Carrera in Lima trachten die eigenen Söhne nach seinem Besitz.

"Eines der Themen des Romans sind die negativen Folgen, die mit dem wirtschaftlichen Fortschritt einhergehen", sagte Vargas Llosa dieser Tage bei der Vorstellung seines Buchs in Madrid. Der Aufschwung rufe fast immer mafiöse Banden auf den Plan, die vom Wirtschaftswachstum profitieren wollen, indem sie Schutzgelder verlangen und eine parallele Ordnung aufbauen. Die Korruption sei heute ein großes Problem in Lateinamerika.

Allerdings gebe es "in allen Gesellschaften anständige Menschen mit Überzeugungen und Prinzipien, die sich wehren und von ihren Grundsätzen nicht abrücken. Sie sind die anonymen Helden – Leute, die nicht in den Schlagzeilen der Zeitungen oder des Fernsehens auftauchen", so Vargas Llosa weiter. Für ihn sind solche Bürger der "wahre Motor" eines Landes. Trotz aller Probleme, die Peru und Lateinamerika hätten, sei er deshalb zuversichtlich, zumal es in seinem Land einen breiten Konsens zugunsten von Demokratie und wirtschaftlicher Offenheit gebe.

Video: Vargas Llosa bei der Vorstellung seines Romans "El héroe discreto"

Über den Autor

Richard Meier

Richard Meier

Bei Peru-Vision zuständig für die deutschsprachige Redaktion sowie Industrie- und Infrastrukturthemen.

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