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10. Dezember 2017

In Memoriam Raúl García Zárate – Peruanischer Gitarrist, der die andine Gitarre in die Welt trug

Von Hubert Rojas, Themen Gesellschaft und Kultur | Kultur | Newsletter - 2017 - 12 Dezember

Raúl García Zárate [Huamanga, 12.12.1931 – † Lima, 29.10.2017]

In Memoriam Raúl García Zárate – Peruanischer Gitarrist, der die andine Gitarre in die Welt trug

In der Musik brach er in Peru mit Vorurteilen aus der Kolonialzeit und offenbarte die unverwelklichen hohen und tiefen Landschaften der musikalischen Kultur der Anden.

García Zárate war ein Autodidakt, wie auch José María Arguedas es war, der in seinen literarischen Werken in spanischer Sprache erstmals die andine Seele aus dem Quechua „übersetzte“. Die Gitarrenwelt neigte sich vor seiner Kunst, fein, sauber und sorgfältig, und doch stets verwurzelt in der emotionalen Welt der Heimat dieser Musik.

Arguedas bemerkte im virtuosen Gitarrenspiel von García Zárate, dass er die Grundformen der traditionellen Musik der Anden erhalten ließ, vor allem in der Musik aus der Region Ayacucho, wo seine Leidenschaft für die Gitarre schon in der Kindheit Nahrung erhielt.

Die Gitarre wurde in der Kolonialzeit von den spanischen Eroberern als Instrument eingeführt, das ausschließlich von den weißen Herren gespielt werden durfte, der indigenen Bevölkerung aber blieb der Zugang zu diesem Instrument verwehrt.

García Zárate und seine Vorgänger schenkten dem mal festlich heiter, mal melancholischen Volksgesang von Dörfern und Hochebenen der Anden eine neue Facette: Den Rhythmus und die Melodie eines Gitarrensolisten.

Aber erst die akribisch entwickelte Technik im Spiel von García Zárate führte zu einer universellen Sprache, die von den großen Meistern der Gitarre anerkannt wurde, die ihn dann in ihrem erlesenen Kreis aufnahmen. García Zárate perfektionierte weiter mit der Präzision eines Goldschmieds die Formen, mit denen die traditionelle Musik der Anden auf das Niveau der Klassik angehoben wurde.

So fand das kulturelle Reichtum der Andenvölker, unterjocht und verachtet auf Jahrhunderte, ihren Weg in die Konzertsäle der Welt, nicht zuletzt als Zeugnis von Zivilisationen mit Werten, die weit entfernt sind von den gelddominierten von heute.

Pachamama, die Mutter Erde, feiert die Rückkehr ihres Sohnes, der ihr nun mit seiner Kunst bei der Zeugung neues Lebens inspiriert.

(Frei übersetzt von Martina Vogt & Guerlio Peralta)




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Hubert Rojas

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