16. Dezember 2020

Diejenigen schützen, die uns schützen - Die Kampagne "Médicos Solidarios aus Arequipa"

Von Guerlio Peralta - Redakteur, Gerardo Basurco - Redakteur, Martina Vogt - Freie Mitarbeiterin, Themen Soziale Entwicklung | Newsletter - 2020 - 12 Dezember

Peru-Vision unterstützt die Kampagne mit der Erstellung der neuen Internetpräsenz

Diejenigen schützen, die uns schützen - Die Kampagne

Arequipa gilt in Peru als eine vorbildliche Region des Landes in vielerlei Hinsicht. Die Arequipeños werden wegen ihrer Zivilcourage geachtet, die Stadt als gut organisiert und international sogar als "Innovationshub Perus" angesehen.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet, hätte man nicht erwartet, dass sich in Arequipa der Covid 19 ungehindert hätte verbreiten können. Doch die Pandemie hat in Arequipa schwer gewütet und den miserablen Zustand des Gesundheitssystems des Landes und seine prekäre Infrastruktur schmerzhaft offen gelegt.

Die Kampagne "Médicos Solidarios en Arequipa" (Solidarische Ärzte aus Arequipa) wird von Ärzten und Menschen verschiedener Berufe aus Arequipa durchgeführt. Sie haben sich das Ziel gesetzt, die Ansteckung des Gesundheitspersonals durch die Anschaffung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) während dieser Pandemie zu reduzieren. Dies erfordert den Einsatz von umfangreicher medizinischer Ausrüstung, für dessen Anschaffung die Mitwirkenden der Kampagne mit viel Mut und Hingabe regelmäßig Mittel sammeln.

Der Kampagne ist es mittlerweile gelungen, das medizinische Personal der Krankenhäuser Honorio Delgado, Goyeneche, Paucarpata Health Center, Cerro Juli Attention and Isolation Center, Mariano Melgar und Hunter Micro Network sowie Assistenzärzte aus verschiedenen Krankenhäusern Arequipas mit PSA auszustatten. Auch an medizinischen Einrichtungen in den Städten Camaná und Mollendo konnte die Kampagne Unterstützung leisten.

Diese Anschaffungen konnten in den letzten Monaten durch die Unterstützung von Menschen und Unternehmen von Arequipa bewerkstelligt werden. An dieser Stelle ist u.a. der Beitrag der Alumni-Vereinigung der Deutsch-Peruanische Schule Max Uhle zu erwähnen. Aber auch Organisationen aus dem Ausland haben einen Beitrag geleistet. In Deutschland wird die Unterstützung der Kampagne vom "Freundeskreis Hogar de Cristo e.V." aus Böbligen koordiniert.

Auch Peru-Vision unterstützt die Kampagne mit der Erstellung ihrer neuen Internetpräsenz. Diese ist unter der Adresse www.medicos-solidarios-arequipa.com zu besuchen. Zur Zeit ist die spanische Version online, in Planung sind Deutsch und Englisch.

Stand der Pandemie

Die COVID-19 Pandemie hat sich in den letzten Monaten in Arequipa positiv entwickelt, so ist die Anzahl der täglich Neuinfizierten und der Toten deutlich zurückgegangen. Ferner sind ca. 141.537 Personen genesen (ca. 96,37% der Gesamtinfizierten). Die tägliche Zunahme der Infizierten erreichte Ende August Höchstwerte von über 2.000, in den ersten Wochen Dezember liegen diese Werte zwischen 200 und 300.

Die für die längerfristige Entwicklung der Infizierten wichtigen Reproduktionsfaktor lag lange Zeit weit über eins, Anfang Dezember lag sie zwischen 0,7 und 0,8, was auf eine Abnahme der Neuinfizierten hindeutet. Nimmt man zum Reproduktionsfaktor noch das Verhältnis von täglich Neu-Infizierten zu der Anzahl der Getesteten hinzu, so lässt sich ein Trend zur Abnahme dieses Verhältnisses feststellen. Lag diese Relation in September/Oktober zwischen 10% und 20%, so lagen diese Werte Anfang Dezember um 6%, also war 1 von 17 Getesteten infiziert. Verglichen mit den Durchschnittszahlen des Landes betrug diese Relation in Arequipa fast die Hälfte, während der Reproduktionsfaktor Arequipas unter dem nationalen Durchschnitt lag. 
Allerdings ist die Reproduktionszahl in der 2. Woche Dezember auf über 1 gestiegen. Dies könnte mit den Weihnachtseinkäufen zusammenhängen, die vor allem in informellen Märkten zu Menschenansammlungen führen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklung nicht anhält.

% der Neuinfizierten zu Getesteten und Reproduktionsfaktor

Die Impfung

Dr. Germán Málaga, Professor an der renommierten Universität Cayetano Heredia in Lima ist auch leitendes Mitglied der Kampagne. Unter seiner Führung wurden die Tests des chinesischen Impfstoffs Sinopharm bei ca. 12 000 Probanden gestartet und stehen kurz vor dem Abschluß.

Drei Faktoren und ihr Zusammenspiel haben Peru dazu geführt, in der Impfstrategie des Landes auf einen mehrstufigen Plan mit mehreren Impfstoffen zu setzen: Verfügbarkeit, notwendige Logistik und potentielle Nebenwirkungen.

So wird zunächst in Gebieten mit der nötigen Logistik (Lagerung des Impfstoffes bei -70°C) der Impfstoff von deutsch-amerikanischen Konsortium Pfizer/BioNTech eingesetzt und in den entlegenden Gegenden des Landes Sinopharm aus China (Lagerung bei 4-8°C). Da Pfizer/BioNTech bereits die Zulassung der FDA in den Vereinigten Staaten und der Arzneimottelbehörde in England erhalten haben und der Zulassungsentscheid der Europäischen Arztneimittelagentur EMA kurz bevorsteht, wird dieses Vakzin auch zuerst in Peru zum Einsatz kommen. Da der Impfstoff von Sinopharm noch in der Phase drei der Erprobung steht, wird erst 2021 mit einer Zulassung gerechnet.

Die Prävention

Médicos Solidarios sieht die Prävention als eines der wichtigsten Werkzeuge im Kampf gegen Covid, insbesondere in einer Situation, in der der Mangel an medizinischer Ausrüstung große und irreparable Schäden verursachen kann.

Aus diesem Grund lässt die Kampagne keine Gelegenheit aus, in Veranstaltungen, Pressemitteilungen, Fernsehinterviews und in sozialen Netzwerken auf dieses Thema mit der Weitergabe von Empfehlungen zu den verschiedensten Szenarien aufmerksam zu machen. Auf der Internetpräsenz entsteht zur Zeit ein spezieller Bereich dafür.

Spenden aus Europa

Für Spenden aus Europa steht das folgende Konto zur Verfügung:
Kreissparkasse Böblingen: IBAN: DE37 6035 0130 0003 1523 71, BIC: BBKRDE6BXXX
Kontoinhaber: Freundeskreis Hogar de Cristo e.V.
Referenz: Campaña Médicos Solidarios en Arequipa
Bitte geben Sie Ihre E-Mail oder Postanschrift an, damit die Kampagne Ihnen eine Spendenbescheinigung ausstellen kann.

Das Team der Kampagne

Das operative Team für diese Kampagne besteht aus den Ärzten Germán Málaga, Ana Zúñiga, Manuel Paredes, Javier Sanz, Ana Cecilia Vela, Águeda Muñoz und María Luz Castañeda, sowie Niurka Zúñiga, Cecilia Zúñiga, Pamela Zúñiga, Lourdes Pérez-Wicht, Ángela Delgado und Miguel Barreda.


Kein Arzt ohne Bio-Sicherheit!

Die Kampagne Solidarische Ärzte aus Arequipa

In unseren Händen | Pelo Madueño & Freunde

Die Architektur Arequipas


Über den Autor

Guerlio Peralta - Redakteur

Guerlio Peralta - Redakteur

Guerlio Peralta verfügt über langjährige Erfahrung im Management von IT-Projekten im CRM- und Support-Bereich. Seit 2007 hat er sich auf die Konzeption, Erstellung, Administration und Pflege von Internet-Portalen spezialisiert. Bei Peru-Vision ist er redaktionell zuständig für die Bereiche Tourismus und Gastronomie. Außerdem ist er zuständig für Technik, Kultur und Multimedia sowie für den Vertrieb.

Gerardo Basurco - Redakteur

Gerardo Basurco - Redakteur

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

Martina Vogt - Freie Mitarbeiterin

Martina Vogt - Freie Mitarbeiterin

Martina Vogt hat bereits eineinhalb Jahre in Mittelamerika gelebt und mehrere Länder des lateinamerikanischen Kontinents bereist. Sie ist in Oberndorf am Neckar geboren, eine Schwäbin also und fühlt sich mit Peru, speziell mit Arequipa seelenverwandt. Das mag durch ihren Ehemann Guerlio Peralta herrühren, mit dem sie seit 2009 verheiratet ist. Martina Vogt ist Mitglied im Redaktionsteam von Peru-Vision.

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