23. April 2026
Peruanische Studierende rücken Raumfahrt in den Dienst des Klimaschutzes
Vom 8. bis 10. April 2026 fand in München (Deutschland) das Symposium über weltraumbezogene Bildungsaktivitäten (SSEA – Space Educational Activities) statt.
Das SSEA ist das wichtigste europäische Symposium für Bildungsaktivitäten im Raumfahrtsektor und wird mit Unterstützung des ESA-Bildungsbüros und der Technischen Universität München organisiert.
Die Veranstaltung im Jahr 2026 versammelt 512 Teilnehmer aus 39 Ländern, was ihren internationalen Charakter und die Attraktivität des Themas „Bildung und Raumfahrt“ unterstreicht.
Beim Symposium zeigen junge Forschende der Universidad Nacional Mayor de San Marcos, wie sich Satellitendaten, Künstliche Intelligenz und Robotik für konkrete Probleme auf der Erde nutzen lassen. Im Zentrum stehen Projekte gegen Wasserverschmutzung, Klimarisiken und die Folgen des "El Niño".
Junge Talente auf internationaler Bühne
Das Symposium für Space Educational Activities an der Technischen Universität München versteht sich als Plattform für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Raumfahrttechnik, Satelliten oder Robotik, sondern vor allem die Studierenden selbst – als Vortragende und Ideengeber.
Genau dort setzt die Beteiligung einer Delegation der Universidad Nacional Mayor de San Marcos aus Lima an. Dante Rojas Palacios, Marisol Ramos Camacho, Julio Tello Rojas und Mariel Huarancca präsentierten in München ihre Arbeiten und zeigten, wie eng Raumfahrtforschung und praktische Anwendungen auf der Erde inzwischen zusammenhängen.
Forschung mit direktem Nutzen
Dante Rojas Palacios arbeitet an einem System, das mit Satellitendaten und Künstlicher Intelligenz Wasserverschmutzung in Peru überwachen soll. Marisol Ramos Camacho verbindet Erdbeobachtung, IoT und Geo-KI mit Klimaanpassung: Sie entwickelt einen digitalen Zwilling für die Küste und ein Frühwarnsystem für hochandine Regionen.
Auch die Arbeiten von Julio Tello Rojas und Mariel Huarancca Chilquillo bewegen sich an dieser Schnittstelle. Tello überträgt Technologien eines Marsrovers auf Klimamonitoring und landwirtschaftliche Anwendungen, während Huarancca ein solares VASIMR-Antriebssystem für wiederverwendbare bemannte Raumfahrzeuge untersucht.
Foto-Galerie
Eine Forscherin aus Puno
Im Gespräch mit Peru Vision beschreibt Marisol Ramos Camacho, warum sie gerade an Frühwarnsystemen arbeitet. Sie stammt aus Puno und kennt die Unterschiede zwischen urbaner Konnektivität und ländlicher Abgeschiedenheit aus eigener Erfahrung. Dort, sagt sie, fehlten oft selbst einfache Mittel, um Kälteeinbrüche rechtzeitig zu melden.
Ihr Ansatz ist technisch, aber im Kern sozial: Sensoren, Satellitendaten und lokale Informationen sollen in KI-Modelle einfließen, die Risiken früh erkennen. Warnungen könnten dann per Mobiltelefon an entlegene Gemeinden gesendet werden – auch über einfache Geräte.
Entrevista a Marisol Ramos Camacho
Blick auf Europa
Für Ramos Camacho ist München mehr als nur ein Konferenzort. Die Reise steht für die Sichtbarkeit peruanischer Forschung und für die Hoffnung auf neue Kooperationen mit Europa, der ESA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Auch die Universität San Marcos verweist auf die Bedeutung des Auftritts: Peru sei damit im internationalen Raumfahrtgespräch präsent – mit eigenen Projekten, eigener Expertise und dem Anspruch, junge Talente langfristig einzubinden.
Quelle: Symposium on Space

