07. Dezember 2020

Spezielle Kaffeesorten aus Peru

Von Gerardo Basurco - Redakteur, Nora Basurco - Freie Mitarbeiterin, Themen Nachrichten zu Agro-Export Perus | Newsletter - 2020 - 12 Dezember | Import: Peruanische Produkte in D-A-CH | Nahrungsmittel

Spezielle Kaffeesorten aus Peru

Die Agrarexporte Perus haben sich in den letzten zwei Jahrzenten mehr als verzehnfacht und dabei spielen Kaffeeexporte eine bedeutende Rolle. Der Kaffeeanbau wird zum großen Teil von Kleinbauern in hohen Lagen im östlichen Abhang der Anden betrieben. Auch während der Corona-Pandemie haben sich diese Agrarexporte gehalten und wesentlich zum Überleben von tausenden von Familien beigetragen. Bei peruanischem Kaffee handelt es sich zu einem großen Anteil um Biokaffee. Darüber hinaus wird der Kaffee in Mischkulturen mit Obst und Kakao angebaut, was zu besonderen Aromen und Geschmacksnoten im Kaffee beiträgt. 

Peru-Vision hat kontinuierlich über die Entwicklung des Agrarsektors und dessen Bedeutung für die peruanische Wirtschaft berichtet.

Peruanischer Agrarexportsektor und Kaffee

Wesentliche Merkmale:

  1. Im Jahre 2000 betrugen die Agrarexportprodukte des Landes 500 Mio. US-Dollar, 2019 beliefen sich diese auf 7.067 Mio. US-Dollar (Die Gesamtexporte Perus betrugen 45.900 Mio. US-Dollar im selben Jahr).
  2. Peru ist ein bedeutender Exporteur von speziellen Kaffeesorten. Im Jahre 2019 waren die Kaffeeexporte mit 637 Mio. US-Dollar die viertwichtigsten unter den Agrarexportprodukten.
  3. Ein Großteil der Kaffeeprodukte stammt aus den ländlichen Regionen. Peru rangiert auf Platz neun unter den Kaffeeanbauländern der Erde und auf Platz eins im Export von Biokaffee.
  4. Im Jahr 2018 wiesen die Regionen Cajamarca, San Martín und Amazonas im Norden, Chanchamayo-Tal in der Mitte sowie Cusco und Puno im Süden Produktionsrekorde auf.
  5. Die Entwicklung des Agrarsektors verläuft –trotz Corona- weiterhin positiv und sichert Kleinbauern und Genossenschaften regelmäßige Einkünfte (siehe Nicht in Stich lassen).

PromPeru Kaffee aus Peru


Besonderheiten des peruanischen Kaffeeanbaus und -vertriebs

In diesem Andenland kommen 84 der 104 in der Welt existierenden Naturlandschaften  sowie 27 der 32 unterschiedlichen Klimazonen unseres Planeten vor, was die Basis für ein vielseitiges und besonderes Aromaprofil des peruanischen Kaffees liefert. Der peruanische Kaffee ist ein typischer Hochlandkaffee, der in Höhen zwischen 1600 bis 1800 m meistens in kleinen Parzellen gedeiht. Da dort keine Maschinen eingesetzt werden können, werden die Kaffeepflanzen natürlich gedüngt und von Hand geerntet. Ein Großteil der Produktion ist zudem Bio-Kaffee. Der Kaffee wird von Familien produziert und sehr oft von Genossenschaften vertrieben. Es gibt sehr viele Initiativen wie Fair Trade oder Rain Forest Alliance, die den fairen und direkten Kaffeehandel unterstützen.

Kaffeesorten und -geschmack

In Peru wird hauptsächlich die Kaffeebohne Arabica gepflanzt, welche - im Vergleich zu Robusta - feiner, fruchtiger und milder schmeckt. Die Arabica-Bohnen können sowohl als auch als Espresso oder Filterkaffee genossen werden. Da es sich in Peru nicht um Kaffeemonokulturen handelt, wachsen die Kaffeepflanzen neben Obst- und Kakaobäumen. So ist es nicht ungewöhnlich, wenn der Kaffee nach der Röstung Aromen von Früchten hat oder eine schokoladige oder nussige Note entfaltet.

Kaffee und Peru-Vision

Peru-Vision hat regelmäßig über die Bedeutung des Kaffees für Peru berichtet, so zum Beispiel:

  • über den Wechsel vom Koka- zum Kaffeeanbau in der Region San Martin
  • über die Kooperation der Genossenschaft Norandino (in den Regionen Piura, Amazonas und Cajamarca) mit GEPA und Rapunzel Naturkost
  • über die internationale Prämierung von peruanischem Kaffee (zum Beispiel Kaffee Tunki aus Puno).
  • über die Teilnahme von Kaffeeproduzenten auf internationalen Messen wie Biofach 2019 in Deutschland oder Expoalimentaria 2018 in Lima.

Aktuell finden Sie in Adressenkatalog von Peru-Vision Kaffeeproduzenten und 
-händler wie Aicasa Export, BTAC Europe, Ethiquable, GEPA, Kaffee Siddhartha und Rapunzel Naturkost. Insbesondere weisen wir an dieser Stelle wegen Ihrer Erfahrung bzw. der Kaffeequalität wir auf unsere Partner Altomayo und Viajero Coffee hin.

Dr. Esmilda Huancaruna führt die Berliner Firma Altomayo, sie ist die Pionierin von Biokaffee aus Peru in Deutschland. Sie setzt sich für faire Entlohnung von Kleinbauern ein und fördert den ökologischen Anbau von Kaffee in Peru. Zur Produktqualität des Kaffees von Altomayo schreibt ein Rezensent: „Geschmacklich die beste Marke für peruanischen Kaffeegenuss. Sehr aromatisch und durch die schonende Langzeitröstung auch ohne bitteren Nachgeschmack. Privat und im Büro kann ich mir nichts Anderes vorstellen!“. Wenn Sie den Altomayo Kaffee selbst probieren möchten, können Sie ihn im Latin-Shop erwerben.

Die Marke Viajero Coffee wurde erst vor zwei Jahren von der jungen schweizer-peruanischen Unternehmerin Carolina Gobet gegründet und erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Gobet arbeitet mit zehn Familien in verschiedenen Regionen Perus zusammen und unterstützt sie in Sachen Technologie und Weiterbildung. Des Weiteren ist Gobet eine talentierte Kaffeeverkosterin und hat die Schweiz auf der internationalen AeroPress Championship 2019 in London als schweizer Meisterin vertreten. Als anerkannte Kaffeeexpertin stellt sie Ihre eigenen Blendings (Kaffeemischungen)  zusammen und lässt ihren Kaffee in der Schweiz rösten.


Interview mit Carolina Gobet, Gründerin von Viajero Coffee auf der Comptoir Broyard 2019


Über den Autor

Gerardo Basurco - Redakteur

Gerardo Basurco - Redakteur

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

Nora Basurco - Freie Mitarbeiterin

Nora Basurco absolvierte nach dem Abitur ein Praktikum als Assistant Teacher von Deutsch und Englisch an der deutschen Schule Max Uhle in Arequipa. Nach dem Studium von European Studies und Informatik ist Nora Basurco als freie Mitarbeiterin für Peru-Vision tätig.

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