31. Januar 2015

Peru auf der Fruit Logistica 2015 in Berlin

Von Gerardo Basurco, Themen Außenwirtschaft, Landwirtschaft, Nahrungsmittel

Teilnahme an der Fruchthandelsmesse Fruit Logistica seit 2003

Peru auf der Fruit Logistica 2015 in Berlin

Bei der 2014er-Veranstaltung belegte eine Delegation von 90 Unternehmen und Fachverbänden eine Ausstellungsfläche von 510 Quadratmetern, die mit Kunden und potenziellen Einkäufern über ein geschätztes Auftragsvolumen von 96 Millionen US-Dollar für das Geschäftsjahr  verhandelten. Zum Vergleich: Bei der ersten Messeteilnahme hatte Peru einen Stand von 25 Quadratmetern mit vier Firmen.

Bei der diesjährigen Fruit Logistica, die am 4. Februar 2015 ihre Pforten öffnet, wird die Zahl der peruanischen Unternehmer und Verbände mit ca. 60 Ausstellern und über 100 Teilnehmern noch höher als 2014 sein.

Im Jahr 2013 war Peru als Partnerland der Fruit Logistica ausgewählt worden. Dieser Titel war nicht zuletzt auf die Bedeutung der peruanischen Landwirtschaft, das Wachstum der Agrarexporte, die Qualität der Produkte und die wirtschaftlichen Stabilität des Landes zurückzuführen. Faktoren, die auch die Attraktivität des Landes für in- und ausländische Investoren erhöhen.

Mit zuletzt 2.630 Ausstellern (davon 2.366 aus dem Ausland) und rund 62.000 Fachbesuchern aus 141 Ländern (82,3% der Besucher aus dem Ausland) ist die Fruit Logistica für die Industrie der "frischen Produkte" die weltweit wichtigste Plattform zur Vermarktung.

Bedeutung der Landwirtschaft für Peru

AgroexportNach beindruckenden Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts seit 2006 hat sich die wirtschaftliche Entwicklung Perus wegen der stagnierenden Weltwirtschaft und dem Preisverfall bei Bergbauprodukten abgeschwächt.

Die Landwirtschaft erwies sich hingegen in den letzten Jahren als recht stabil. Sie trägt 7,2 % zum Bruttosozialprodukt und sogar 25% zur Beschäftigung im Land bei. Auch im Außenhandel steigt ihre Bedeutung. Nach Angaben des Ministeriums für Außenhandel und Tourismus (Mincetur) nahmen die peruanischen Exporte von nichttraditionellen Agrarprodukten zwischen Januar und November 2013 um 26 % auf 3,7 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Zu den Exportschlagern zählten frische Trauben mit einem Plus von 21%, Avocados (+67%), Quinoa und Kakao (+165 %).
Für das Jahr 2015 wird mit einer weiteren Steigerung um ca. 13% für die nichttraditionellen Agrarexporte gerechnet, wozu das Land eine aggressive Kampagne zur Erschließung neuer Märkte und zur Positionierung neuer Produkte verfolgt. Die Teilnahme an der Fruit Logistica soll hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Die ausstellenden Unternehmen rechnen mit Abschlüssen in Höhe von 110 Millionen US-Dollar (2014: 96 Mio. US-Dollar).

Agrarexporte nach Europa

Der peruanische Verband der Exporteure Perus ADEX gab bekannt, dass Deutschland die 9. Stelle der Importeure peruanischer Agrarprodukte einnimmt. Frischer Spargel war das beliebteste Einfuhrprodukt, gefolgt von Kakao, Bananen und Trauben. Die Niederlande sind sogar der zweitwichtigste Bestimmungsort peruanischer Agrarprodukte weltweit. Sie importierten zwischen Januar und September 2014 Agrarprodulte im Wert von 424 Millionen US-Dollar (Quelle: Agronegocios.pe).

Präsenz Perus auf der Fruit Logistica

Bei der Pressekonferenz in Lima zur Teilnahme Perus auf der Fruit Logistica kündigte Außenhandelsministerin Magali Silva an, zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium fünf Außenhandelsberater für die Förderung der Agrarexporte zu ernennen. Diese sollen die Aktivitäten der Außenhandelsbüros in China, Japan, Indien, Brasilien und Mexiko verstärken. Später sollen weitere Agrarberater ernannt werden.

Landwirtschaftsminister Juan Manuel Benites wies auf das Agrarpotential und auf die Einweihung im November letzten Jahres des großen Bewässerungsprojektes Olmos (Departament Lambayeque im Norden Perus) hin. Durch dieses Projekt werden über 40 000 Hektar kultivierbares Land gewonnen, die zu einem großen Teil dem landwirtschaftlichen Export dienen werden. Weitere ähnliche Projekte werden in Kürze in Chavimochic (Trujillo), Majes-Siguas (Arequipa) und im Hochland in Angriff genommen, die weitere 160 000 Hektar Agrarland schaffen werden.

Die peruanische Delegation wird von Agrarminister Benites angeführt und vom Präsidenten des Verbands der Agrarproduzenten AGAP, Ana Maria Deustua, dem Botschafter Perus in Berlin, José Antonio Meier, und dem Leiter der Exportabteilung der staatlichen Förderungskommission Promperú, Luis Torres, begleitet. An der starken peruanischen Präsenz haben Außenhandelsministerium, Promperú, Landwirtschaftsministerium, AGAP, ADEX und die Deutsch-Peruanischen Industrie- und Handelskammer mitgewirkt.

WEITERGEHENDE INFORMATIONEN ZU DEN PERUANISCHEN AUSTELLERN >>

Peruanische Delegation 2014

Über den Autor

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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