02. Oktober 2012

Der Kaffee-Anbau - Eine Alternative zum Kokablatt?

Von Gerardo Basurco, Themen Außenwirtschaft


Kaffee TunkiDen 1. Preis im nationalen Wettbewerb von Kaffee-Gourmet im Jahr 2012 im Rahmen der EXPO CAFÉ PERÚ gewann erneut ein Vertreter der Kooperative CECOVASA aus der Provinz Sandia im Departement von Puno. Unter den ersten 10 Platzierten tauchen 3 weitere Produzenten von CECOVASA auf. In den Jahren 2007 und 2009 gewann bereits ein Mitglied von CECOVASA, Wilson Sucaticona, den 1. Preis. Er wurde zugleich im Jahr 2010 von der Amerikanischen Vereinigung der speziellen Kaffees in Kalifornien als Produzent des besten speziellen Kaffees der Welt ausgezeichnet.


 

Wilson Sucaticona und seine Frau Delia

CECOVASA wurde 1970 als Zusammenschluß von Kleinbauernkooperativen aus dem Departement von Puno gegründet. Damals schloß sich eine Gruppe von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zusammen, die ihren Kaffee gemeinsam zu einem gerechten Preis verkaufen wollten. Zurzeit sind in CECOVASA 9 Kleinbauernkooperativen mit 4,864 Kaffee-Produzenten Mitglied. Seit 1993 verfügt die Kooperative über die Fair Trade-Zertifizierung. Heute wird der Kaffee von CECOVASA direkt in die USA und nach Europa exportiert. Fast 50 Prozent dieses Kaffees stammen, dank eines Förderungsprogramms für biologischen Kaffeeanbau, welches die Kooperative 1997 gestartet hat, aus ökologischem Anbau. Die meisten Mitglieder der Kooperative gehören den indigenen Völkern der Quechua und der Aymará an.

Die Provinz von Sandia liegt im Norden des Departements von Puno im östlichen Ostabhang der Anden. Dieses Departement ist einer der ärmsten des Landes, insbesondere was die ländliche Armut anbelangt. In der Nähe von Sandia wird Gold –in informeller Weise- abgebaut (2011 wurden 11 Tonnen in Minenzentrum von La Rinconada produziert [1/4 der nationalen Goldproduktion]) und Koka angebaut. Die Tatsache, daß die Nachfrage Brasiliens nach Kokain stark im Wachsen begriffen ist, macht Sandia zu einem attraktiven Koka-Anbaugebiet und zum Korridor für andere Koka-Anbaugebiete zum brasilianischen Markt.

Es ist in dieser Konstellation, daß sich die Kaffeeproduktion als eine Alternative für die dortige Bevölkerung präsentiert. Zumal der Preis für den Gourmet Kaffee aus Sandia einen höheren Preis –als herkömmliche Kaffeesorten- erzielen kann. Hinderlich stellt sich die schlechte infrastrukturelle Anbindung dieser Gebiete an größere Städte. Der Transportweg nach der nächst gelegenen großen Stadt Juliaca beträgt momentan zwischen 14 und 20 Stunden. An dieser Stelle ist die Politik gefragt.

Wilson Sucaticona stellte seinen Kaffee auf der gastronomischen Messe MISTURA in Lima vor und teilte mit, daß er demnächst in der Hauptstadt Lima ein Geschäft zum Verkauf des Gourmet Kaffees eröffnen wird, somit kämen auch die Peruaner in den Genuß dieses köstlichen Kaffees. Bis anhin wurde dieser Kaffee fast ausschließlich exportiert.

Kaffee Tunki auf der Expocafé 2011

 

Wilson Sucaticona und der Kaffee Tunki auf der Messe MISTURA 2011

 

Über den Autor

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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