15. November 2013

Hilfswerk Misereor: Bergbau in Peru nützt den Menschen kaum

Themen Soziale Entwicklung, Bergbau, Politik

Der für die peruanische Volkswirtschaft bedeutende Bergbau nützt weiten Teilen der Bevölkerung im Land nicht. Obwohl mehr als die Hälfte der peruanischen Exporterlöse auf den Bergbau zurückgeht, findet weniger als ein Prozent der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung in diesem Sektor Beschäftigung, heißt es in einer gestern veröffentlichten Studie des katholischen Hilfswerks Misereor.

Außerdem komme es im Umfeld großer Bergbauprojekte zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen: Bauern und Dorfgemeinschaften würden ohne angemessene Konsultation und Entschädigung von ihrem Land verdrängt. Wasser, Böden und Luft würden mit Schwermetallen verseucht und die Rechte auf Wasser, Nahrung und Gesundheit verletzt.

Misereor fordert daher die künftige Bundesregierung auf, die anstehende Unterzeichnung der Rohstoffpartnerschaft mit Peru zu überdenken. Obwohl der Vertragstext bereits ausverhandelt sei, werde der Inhalt von der peruanischen und deutschen Regierung bislang geheimgehalten. Die deutschen Rohstoffimporte aus Peru haben laut Studie im vergangenen Jahrzehnt um das Fünfundzwanzigfache zugenommen. Ein Viertel der deutschen Kupferimporte kommen inzwischen aus Peru, deutlich mehr als aus jedem anderen Land der Welt. Abnehmer seien unter anderem Automobilzulieferer wie die Hamburger Aurubis.

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