04. November 2013

Pläne für Einschienenbahnen in Arequipa und Lima

Von Richard Meier, Themen Bau/Infrastruktur, Schienen

Arequipa, die zweitgrößte Stadt Perus, will ihre Verkehrsprobleme mithilfe eines öffentlichen Nahverkehrssystems in den Griff bekommen. Kernstück der Planungen ist eine 14 Kilometer lange Einschienenbahn auf Stelzen ("Monorriel"), die vom Flughafen im Norden der Stadt bis ins südliche Stadtviertel Socabaya führt. Nach Angaben von Bürgermeister Alfredo Zegarra Tejada soll die nationale Investitionsagentur Proinversión schon Anfang nächsten Jahres das bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar teure Vorhaben an Privatunternehmen ausschreiben, sodass mit dem Bau in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden könnte.

Wie aus Berichten der peruanischen Zeitungen El Comercio und La Republica hervorgeht, haben der internationale Infrastruktur-Berater Steer Davies Gleave und der brasilianische Industriekonzern Queiroz Galvão das Projekt vorgeschlagen. Ursprünglich hatten die Lokalpolitiker in Arequipa bei der künftigen Ausgestaltung des Verkehrssystems allein auf Gelenkbusse gesetzt. Diese sollen jetzt nur außerhalb der Innenstadt, nämlich auf Linien, die von den Endstationen der Einschienenbahn abgehen, zum Einsatz kommen. Derzeit wird das Bahnvorhaben als staatlich kofinanziertes Projekt von Proinversión noch geprüft. Den genannten Zeitungen zufolge hat sich aber der peruanische Verkehrsminister Carlos Paredes für die Realisierung eindeutig ausgesprochen. Erwartet wird, dass Präsident Ollanta Humala in Kürze das Projekt offiziell verkünden wird.

Auch Metrolinie 6 in Lima auf einer Schiene

Auch in der Hauptstadt Lima könnte eine Einschienenbahn entstehen. Für die sechste Metro-Linie, die erst kürzlich in die Planung des städtischen Verkehrsnetzes aufgenommen worden ist, wird eine solche Technik ins Auge gefasst. Laut der Website von Proinversión soll sie in zwei jeweils rund 15 Kilometer langen Abschnitten die Schnellbusstation Naranjal mit der Avenida La Marina und die Avenida Bertolotto mit der Avenedia Primavera verbinden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Zunächst steht der Bau der zweiten Metrolinie an. Der Auftrag für die mittlerweile auf 6,5 Milliarden US-Dollar veranschlagte U-Bahn soll Mitte Dezember erteilt werden und der Bau im Februar beginnen. In den nächsten beiden Jahren werden dann die Linien 3 und 4 ausgeschrieben, bevor weitere Strecken in Angriff genommen werden.

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Richard Meier

Richard Meier

Bei Peru-Vision zuständig für die deutschsprachige Redaktion sowie Industrie- und Infrastrukturthemen.

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