31. Mai 2014

Peru vergibt Auftrag für Seilbahn zur Festung Kuélap in den Anden

Von Richard Meier, Themen Bau/Infrastruktur, Seilbahnen, Tourismus

31.05.2014. Zur indianischen Festung Kuélap auf 3.000 Metern Höhe in den nordperuanischen Anden soll man vom Frühjahr 2016 an mit einer Seilbahn fahren können. Den Auftrag für das 18 Millionen US-Dollar teure und staatlich kofinanzierte Bauvorhaben erhielten gestern der französischen Seilbahnhersteller Pomagalski zusammen mit dem lokalen Unternehmen Ingenieros Civiles y Contratistas Generales. Mit den Bauarbeiten will man Anfang 2015 beginnen.

Besucher der historischen Sehenswürdigkeit werden künftig vom Ort Tingo Nuevo mit Bussen zur drei Kilometer entfernten Abfahrtstation gebracht. Von dort schweben sie in Gondeln mit Platz für acht bis zehn Personen 660 Meter in die Höhe, wobei eine vier Kilometer lange Strecke in 20 Minuten zurückgelegt wird. Vom Haltepunkt "La Malca" führt dann ein kurzer Fußweg zu den Bauwerken des Volks der Chachapoya aus dem achten bis dreizehnten Jahrhundert. Zu bewundern sind dort eine 600 Meter lange und über 20 Meter hohe Festungsmauer sowie die Ruinen von Hunderten eigentümlich runder Gebäude.

Zunächst sollen 26 Gondeln eingerichtet werden, sodass bis zu 1.000 Passagiere pro Stunde befördert werden können. Die Regierung rechnet mittelfristig mit 100.000 Besuchern im Jahr und erhofft sich daher eine kräftige Belebung des Tourismus in der Region. Das Firmenkonsortium wird die Seilbahn 20 Jahre lang betreiben. Für den Auftrag hatten sich unter anderem auch Doppelmayr und die kolumbianische Firmen Transmilenio, Sytecsa, Nexus Capital Partners und I&D Proyectos interessiert.

Video: Die Festungsanlage und die geplanten "Telecabinas"

Pläne für eine Seilbahn in Kuélap gibt es schon seit Jahren. Als das Projekt schließlich von der staatlichen Investitionsförderstelle Proinversion im vergangenen August ausgeschrieben wurde (wir berichteten), war die Inbetriebnahme für Anfang 2015 in Ausicht gestellt worden. Nun soll es im zweiten Quartal 2016 so weit sein. Ein ähnliches Projekt ist in den zentralperuanischen Anden geplant, nämlich für die ehemalige Inka-Siedlung Choquequirao (wir berichteten). Zuletzt hieß es, dass der Auftrag im kommenden Oktober vergeben werden soll. Seilbahnpläne werden auch für ein Skigebiet am Huascarán, dem mit 6.770 Metern höchsten Berg Perus, in der Region Áncash verfolgt.

Seilbahnen in Lima

Nicht nur in den Anden sollen touristische Ziele mit Gondelverkehren erschlossen werden, sondern auch in Lima. Dort ist eine schwebende Verbindung von der Altstadt zum Gipfel des Hausberges San Cristóbal vorgesehen. Allerdings hat sich der schon längst angekündigte Baubeginn immer wieder verschoben. Derzeitiger Stand ist, dass der Konzessionär Operadora de Teleféricos S.A.C. Mitte dieses Jahres die Arbeiten für das acht Millionen US-Dollar teure Vorhaben aufnimmt und neun Monate später abschließt. Erwartet werden 400.000 Fahrgäste jährlich. Eher als öffentliches Verkehrsmittel ist eine Seilbahn im Bezirk El Agustino in der peruanischen Hauptstadt gedacht. Für umgerechnet zwölf Millionen Euro soll die Metrostation Gamarra mit dem Berg Siete de Octubre verbunden werden. Hiermit will das Bauministerium eine Anbindung für 8.000 geplante Wohnungen in der Nähe schaffen.

Über den Autor

Richard Meier

Richard Meier

Bei Peru-Vision zuständig für die deutschsprachige Redaktion sowie Industrie- und Infrastrukturthemen.

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.