06. Juli 2013

Peru plant milliardenschweren Tunnel in den Anden

Themen Bau/Infrastruktur, Schienen

Um die Zugverbindung zwischen Lima und der Stadt Huancayo im Landesinneren zu verbessern, will die peruanische Regierung einen 23 Kilometer langen Tunnel durch die Anden bohren lassen. Der Kongress hatte im vergangenen November das Projekt gebilligt, Ende Juni gab das Verkehrsministerium eine vorbereitende Investitionsstudie in Auftrag.

Die Gutachter vom Konsortium Transandino ISG, hinter dem die Firmen Serconsult (Lima), Geoconsul (Madrid) und die peruanische Niederlassung der spanischen Incosa stehen, haben nun fünf Monate Zeit, verschiedene Varianten für den "Túnel Trasandino del Centro" zu prüfen. In erster Linie ist das Bauwerk für die von Ferrovías Central Andino (FCA) betriebene Eisenbahnlinie gedacht; es soll aber untersucht werden, ob es nicht auch Lastwagenverkehr, Wasserrohre (zum Zweck der Trinkwasserversorgung oder für Kraftwerke) und Glasfaserkabel aufnehmen könnte. Bislang werden die Baukosten auf 3,2 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Der Kongressabgeordnete für die Region Junín, Jesús Hurtado Zamudio, setzt sich für den Tunnelbau mit Nachdruck ein. Auf Einladung des deutschen Bundestages weilte er vor einigen Wochen mit weiteren Kongressmitgliedern in Berlin, wo er das Projekt dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, vorstellte. Dieser habe Interesse an dem Vorhaben bekundet, hieß es anschließend. Während Bombas Aufenthalt in Peru in der ersten Juliwoche dürften hierüber weitere Gespräche stattgefunden haben.

Der gut 20 Kilometer lange Tunnel soll auf bis zu viertausend Meter Höhe entstehen. Nach seiner Fertigstellung sollen die Züge zwischen Lima und Huancayo statt zwölf nur noch dreieinhalb Stunden benötigen.

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