19. Oktober 2015

Milliarden-Investitionen in Perus Häfen

Von Richard Meier, Themen Bau/Infrastruktur, Häfen, Investition geplant, Wirtschaft

In Peru sind in Rahmen von sechs öffentlich-privaten Partnerschaften bisher 1,2 Milliarden US-Dollar in den Ausbau von Häfen investiert worden. Nach Angaben der nationalen Hafenbehörde APN entfällt das meiste davon auf den Containerhafen von Callao bei Lima. In dessen südlichen Teil, der von Dubai Ports betrieben wird, flossen bislang 615 Millionen US-Dollar, die erste Bauphase ist damit zu 70 Prozent realisiert. Im Nordteil hat die niederländische APM Terminales 227 Millionen US-Dollar verbaut, die Vollendung der ersten beiden Abschnitte ist bis Jahresende vorgesehen (hierzu früherer Bericht). Hinzu kommt ein Verladeterminal für konzentrierte Erze, das Mitte letzten Jahres für 105 Millionen US-Dollar fertiggestellt wurde und für das die Gesellschaft Transportadora Callao zuständig ist.

Im nordperuanischen Paita hat Terminales Portuarios Euroandinos, ein Unternehmen der Andino Investments (Peru) und Mota-Engil (Portugal), vor einem Jahr einen ersten Bauabschnitt, der 156 Millionen US-Dollar kostete, in Betrieb genommen; ein zweiter soll in den kommenden eineinhalb Jahren entstehen. Dort sollen drei Kräne installiert werden. In Materani an der Südküste hat das Unternehmen Tisur vor zwei Jahren mit seinem Hafenausbau begonnen (wir berichteten) und diesen inzwischen zu 70 Prozent für 110 Millionen Euro verwirklicht. Die Fertigstellung wird im Juli 2016 erwartet. Auch hier werden Erze verschifft. Ein kleineres Projekt ist das Terminal am Fluss Yurimaguas im Osten Perus, das zu 30 Prozent fortgeschritten ist und bisher Investitionen von knapp neun Millionen US-Dollar aufweist.

Weitere Hafenprojekte sind geplant: So will die Regierung im nächsten Jahr die Erneuerung der Seehäfen von Chimbote und Salaverry (hierzu früherer Bericht) an der Nordküste und Ilo im Süden in private Hände geben. Die Investitionen werden zusammengenommen auf bis zu 800 Millionen US-Dollar geschätzt. Ob der Zeitplan trotz des Wechsels der Präsidentschaft Mitte 2016 eingehalten wird, ist aber fraglich. Ein weiteres Projekt, dessen Ausschreibung durch die Regierung auf sich warten lässt, ist ein neues Logistikzentrum auf 42 Hektar Fläche am Hafen von Callao. Ebenso harrt man der Pläne für die etwa 150 Millionen US-Dollar teure Modernisierung des Hafens Eten bei Chiclayo in Lambayeque. Hier hatte kürzlich laut der Nachrichtenagentur Andina das spanische Bauunternehmen Sacyr Interesse angemeldet. Im vergangenen Jahr wurde die Modernisierung des Hafens von Pisco-San Martin an ein spanisch-brasilianisches Konsortium für 180 Millionen US-Dollar vergeben (wir berichteten), die Bauarbeiten sollen 2016 beginnen. Kürzlich kündigte die Grupo Bayona in der Zeitung Gestion einen 120 Millionen Euo teuren Hafen zur Verladung von Erzen in der Provinz Caraveli an der Südküste an. (Quellen: APN, AndinaGestion)

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Richard Meier

Richard Meier

Bei Peru-Vision zuständig für die deutschsprachige Redaktion sowie Industrie- und Infrastrukturthemen.

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