09. Januar 2015

Meilensteine für den Fernstraßenbau in Peru

Von Richard Meier, Themen Bau/Infrastruktur, Straßen, Wirtschaft

Die peruanische Regierung will am Ende ihrer Amtszeit im Juli 2016 die Modernisierung der beiden größten Fernstraßen im Land unter Dach und Fach gebracht haben. So soll bis dahin die 3.500 Kilometer lange "Longitudinal de la Sierra", die von Puno am Titicacasee durch das Hochland bis in den äußersten Norden führt, vollständig asphaltiert sein. Aktuell ist dieses Ziel zu 85 Prozent erreicht, teilt das Verkehrsministerium mit. Außerdem will man im Laufe des Jahres zwei Abschnitte zwischen Huancayo und Abancay (970 km Länge) sowie in der Region Puno (420 km) an private Konsortien vergeben, die für die Ausbesserung und Instandhaltung über 25 Jahre sorgen. Ende 2013 war der spanische Konzern Sacyr mit dem Ausbau der Straße von Trujillo über Cajamarca nach Chiple beauftragt worden.

Zum zweiten soll die Küstenautobahn Panamericana vollständig privatisiert werden. Bisher ist dies für zwei Drittel der 2.600-Kilometer-Magistrale geschehen. Bis Jahresende will die Regierung ein Unternehmen auswählen, das die 530 Kilometer lange Strecke von Ica über Nasca nach Quilca übernimmt und auf halber Länge doppelspurig ausbaut. Im vergangenen Jahr wurde bereits mit der Erweiterung des davor befindlichen Stücks zwischen Chincha und Ica auf vier Fahrbahnen begonnen, bis Jahresende soll diese Maßnahme zwischen Chincha und Pisco abgeschlossen sein. Außerdem wird ein privater Betreiber für die 290 Straßenkilometer zwischen Sullana (Piura) und Zarumilla (Tumbes) gesucht.fernstrasse peru

Die dritte Nord-Süd-Achse, die 1.800 Kilometer messende "Longitudinal de la Selva" im Osten Perus, ist nach Ministeriumsangaben zu 82 Prozent geteert. Hier gibt es noch keine konkreten Baupläne. Zwei Teilstücke – von Tarma über La Merced nach Puerto Ocopa und von Pumahuasi nach Pucallpa – könnten in private Hände gegeben werden. Großen Instandsetzungsbedarf gibt es ferner entlang der West-Ost-Verbindung "Carretera Central" von Lima in die Anden. Für die Ertüchtigung der parallel laufenden Eisenbahnlinie sollen 2015 die Vorstudien vorangetrieben werden (wir berichteten).Das Netz aller Nationalstraßen soll bis Mitte 2016 zu 85 Prozent asphaltiert sein, so das Verkehrsministerium. Die von Unternehmen gebildete Infrastruktur-Vereinigung Afin rechnet indes vor, dass für sämtliche Straßen in Peru – 78.000 Kilometer –  diese Quote nur bei 15 Prozent liegt. Manche in Auftrag gegebenen Projekte blieben in bürokratischen Schleifen hängen. (Quellen: Verkehrsministerium 7.1. / 8.1.)

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Richard Meier

Richard Meier

Bei Peru-Vision zuständig für die deutschsprachige Redaktion sowie Industrie- und Infrastrukturthemen.

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