06. Oktober 2017

Der integrale Plan zum Wiederaufbau Perus nach "El Niño Costero" wird verabschiedet

Von Gerardo Basurco, Themen Bau/Infrastruktur, Wasserkraft, Investition geplant, Straßen, Wasserversorgung, Newsletter - 2017 - 10 Oktober

Vorsitzender der Wiederaufbaubehörde Pablo de la Flor © Andina

Ungeachtet der Regierungskrise verabschiedete der Ministerrat am 12 September kurz vor dem Kabinettswechsel den integralen Plan zum Wiederaufbau (Plan Integral de Reconstrucción con Cambios PIRCC) der vom «el Niño Costero» betroffenen Gebieten des Landes. Der einvernehmlich mit den regionalen und lokalen Behörden beschlossene Plan stellt mehr als 25 Milliarden Soles (7,8 Milliarden US Dollar) für die nächsten 3 Jahre zur Verfügung. 77% der Investitionen werden für Wiederaufbau-, 21% für Präventionsmassnahmen und der Rest zur Stärkung der Managementkapazitäten der Ausführungsorganisationen. Von den Wiederaufbauinvestitionen sollen ca. 74% von fünf Ministerien (Verkehr, Wohnung, Erziehung, Landwirtschaft und Gesundheit), etwa 20% von neun Regional- und 6% von 297 Lokalregierungen getätigt werden. Die Mittel, die von Regional- und Lokalregierungen für den Wiederaufbau verwaltet werden sollen, übersteigen zum Teil um ein Vielfaches die Mittel, die im Budget für 2017 für Infrastrukturmassnahmen geplant waren. Dies stellt eine enorme Herausforderung für die Managementkapazitäten dieser Verwaltungen.

Besonderheiten der Projektvergabe

Die Behörde des Wiederaufbaus hat die Abwicklung eines öffentlichen Projekts –von den ersten Studien bis zur Vergabe- bis auf vier Monaten reduziert. Normalerweise dauert dieser Prozess achtzehn Monaten. Die Bewilligung von Grundstücken für ist ebenfalls verkürzt worden. Ferner werden eine Reihe von Projekten in Form von Arbeiten gegen Steuer (Obras por impuestos) oder sind Initiativen des Privatsektors, die mit staatlichen Geldern mitfinanziert werden. Bei der ersten Finanzierungsform kann ein Privatunternehmen bis zu 50% seiner Steuerschuld in Projekten der Regional- und Lokalregierungen einfliessen lassen.

Beteiligung ausländischer Unternehmen am Wiederaufbau

Ausländische Unternehmen bieten Ihre Expertise als projektübergreifende PMOs (Project Management Office) für komplexe Vorhaben und als Ausbildungsinstitution für den Aufbau von Managementkapazitäten an. Bauunternehmer aus dem Infrastrukturbereich, insbesondere mit Spezialisierung auf Strassen und Brücken sind an Rehabilitationsarbeiten bei konzessionsfreien auf regionaler Ebene stark interessiert. Die Wiederaufbaubehörde ist bestrebt Investitionspakete mit Brücken, Strassen, Pisten und Gehwege zu schnüren.

Delegationen aus dem Ausland haben Interesse am Wiederaufbau gezeigt, so empfing am 27. September der Chef der Wiederaufbaubehörde Pablo de la Flor eine Delegation britischer Unternehmen aus dem Infrastrukturbereich. Am Montag, den 9. Oktober kommt eine Schweizer Delegation von Infrastruktur-Unternehmer mit der Wiederaufbaubehörde zusammen.

Über den Autor

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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