05. Oktober 2015

VW-Skandal in Peru ohne Effekt?

Themen Automobil, Newsletter - 2015 - 10 Oktober, Wirtschaft

VW-Skandal in Peru ohne Effekt?

Die Hiobsbotschaften für Volkswagen überschlagen sich, seitdem Mitte September die Tricksereien bei der Abgasmessung von Dieselfahrzeugen ruchbar wurden. Welche Strafen und Absatzeinbrüche dem Autohersteller weltweit drohen, ist noch nicht abzumessen. Folgt man der peruanischen Wirtschaftszeitschrift Semana Economica, dürfte jedenfalls in Peru die Auswirkung nicht allzu groß werden. Mit Diesel fahren 20 Prozent der Wagen im Land, während es in Europa 50 Prozent und mehr sind. Nach Angaben des Umweltministeriums könnte dieser geringe Anteil daran liegen, dass der Dieseltreibstoff in Peru, abgesehen von Lima und einigen Bergbau-Standorten, unter dem internationalen Qualitätsniveau liege.

Bei den 27.000 VW-Autos, die in den vergangenen sechs Jahren in Peru eingeführt wurden, hätten weniger als 0,5 % einen Dieselmotor, so die Zeitschrift weiter. Die meisten davon seien der Touareg, ein Modell, das wiederum von den Softwaremanipulationen nicht betroffen ist. Nur drei VW-Typen in Peru könnten manipuliert sein, und selbst diese würden bis auf Weiteres nicht gegen Vorschriften verstoßen, denn die Behörden rufen keine genauen Messwerte ab, sondern verlangen nur pauschal die Einhaltung der Euro-III-Norm. Die strengere Euro-IV-Norm könne wegen der geringeren Qualität des Dieseltreibstoffs nicht angewandt werden.

Volkswagen verkaufte im vergangenen Jahr in Peru 4.500 Fahrzeuge und kam damit auf einen Marktanteil von 2,5 Prozent (wir berichteten). Im Jahr zuvor waren es noch 2.000 Einheiten mehr gewesen. Im laufenden Jahr konnte der Hersteller aber wieder Boden gutmachen. (Quelle: Semana Economica)

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