09. Januar 2017

"Peru Heute": Ein neuer Sammelband zur Kultur, Wirtschaft und Politik Perus

Von Gerardo Basurco, Themen Kultur, Politik, Newsletter - 2017 - 01 Januar, Wirtschaft, Literatur

Das Kompendium Peru Heute füllt eine Lücke in der Literatur zu Peru in deutscher Sprache. Es handelt sich um eine sorgfältige Auswahl von fundierten Beiträgen in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Politik, die von Peru-Kennern geschrieben wurden. Das Werk besticht durch seine Aktualität. Der Beitrag von Peter Birle z.B. setzt sich mit den jüngsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen auseinander und befasst sich mit der Blockade der Staatsgewalten. Er zeigt die Instrumente auf, die die peruanische Verfassung für die Lösung dieser Spannungen und Konflikte vorsieht, etwa die Delegierung des Rechts, Dekrete zu erlassen, an die Regierung, das Misstrauensvotum des Parlaments gegen einen einzelnen Minister oder das gesamte Kabinett, das Aussprechen der Vertrauensfrage durch den Präsidenten oder die Auflösung des Parlaments.

05. November 2016

Erasmo Cachay: ein Ingenieur und Schriftsteller aus Peru

Von Gerardo Basurco, Themen Literatur, Newsletter - 2016 - 11 November

Erasmo Cachay: ein Ingenieur und Schriftsteller aus Peru

Erasmo Cachay wurde 1977 in Lima geboren und besuchte die amerikanische Schule im wohlhabenden Stadtviertel Miraflores der peruanischen Hauptstadt Lima. Der Vater stammte aus der nordandinen Stadt Cajamarca und die Mutter aus Ica, an der Küste südlich von Lima gelegen. Schon im frühen Alter schrieb er Gedichte und Erzählungen, die allerdings nicht publiziert wurden. Er lebte in Peru zu einer Zeit, in der die Bewegung „Leuchtender Pfad“ das Land terrorisierte und anschließend der Präsident Fujimori einen Selbstputsch vollzog und das Land mit autoritärer Hand regierte. Diese Entwicklungen bewegten Cachay, sein Glück fern von der Heimat zu suchen.

 

28. März 2016

Verfall im Herzen der Hauptstadt – zum neuesten Roman von Mario Vargas Llosa

Von Richard Meier, Themen Kultur, Literatur, Newsletter - 2016 - 04 April

Verfall im Herzen der Hauptstadt – zum neuesten Roman von Mario Vargas Llosa

Er wollte eine Geschichte über ein Charakteristikum der Fujimori-Diktatur schreiben, sagte Mario Vargas Llosa bei der Vorstellung seines neuesten Romans Anfang März in Madrid, und dieses sei, dass Fujimori und sein Geheimdienstchef Montesinos die Boulevardpresse benutzten, um ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen oder zu bestrafen.

Dem Leser des Buchs begegnet diese Form oder vielmehr Deformation des Journalismus in der Gestalt Rolando Garro, dem Herausgeber eines Skandalblatts, das sich darauf spezialisiert hat, Prominenten aus dem Showgeschäft durch Schmähartikel und entstellende Aufnahmen zu schaden.

Rolandos neuestes Opfer ist aber kein Unterhaltungskünstler, sondern der leitende Ingenieur eines Bergbauunternehmens, Enrique Cárdenas, den er mit kompromittierenden Fotos zu erpressen versucht. Die Geschichte entwickelt sich wie ein Krimi, mit Montesinos im Hintergrund. Erzählerisch spielt Vargas Llosa dabei seine Gaben und Raffinessen (man könnte auch beanstanden: seine Routine) aus, wie eine farbige, Lokalkolorit tragende Sprache oder die kontrast- und beziehungsreiche Verschränkung von Szenen.

26. Februar 2016

Peru-Buch: Ulrike Fokkens "Gebrauchsanweisung"

Von Richard Meier, Themen Tourismus, Kultur, Literatur, Newsletter - 2016 - 03 März

Peru-Buch: Ulrike Fokkens

Vergangenes Jahr erschien im Piper-Verlag ein Band, der die insgesamt nicht üppige  deutschsprachige Literatur zu Peru um eine Darstellung landeskundlicher und aktueller Themen erweitert. Das Buch ist unterhaltsam und kenntnisreich geschrieben. Es hebt auf Außergewöhnliches ab – und erscheint dadurch an manchen Stellen plakativ.

03. Dezember 2015

Die tiefen Flüsse

Von Guerlio Peralta, Themen Kultur, Literatur, Newsletter - 2015 - 12 Dezember

Der peruanische Schriftsteller José María Arguedas starb vor 46 Jahren

Die tiefen Flüsse

Wenn man in Peru aufgewachsen ist und einem unterschwellig Quechua-Blut durch die Adern fließt, kann es passieren, dass unweigerlich tiefe Tränen beim Lesen der Romane und Erzählungen von José María Arguedas fließen. Es ist nicht nur die Beschreibung der Missstände und Demütigungen, welche die indigene Bevölkerung erleidet, sondern auch die Offenbarung einer Weltanschauung, die man in ihrer Ausdrucksweise als warm, zärtlich, großzügig, solidarisch und respektvoll gegenüber der Natur empfindet, und die Erkenntis, dass man dies unbewusst in sich trägt. Tränen, die man auch als "innere Reinigung" und Bestätigung der eigenen Identität empfindet.

16. August 2015

Die peruanische Schriftstellerin Teresa Ruiz Rosas

Von Gerardo Basurco, Themen Kultur, Literatur, Newsletter - 2015 - 09 September

Persönlichkeit des Monats

Teresa Ruiz Rosas, Copyright Sebastian Winterson

Teresa Ruiz Rosas wurde am 26. April 1956 in Arequipa als Tochter des Lyrikers José Ruiz Rosas und der Schauspielerin Teresa Cateriano geboren. Sie besuchte das peruanisch-deutsche Gymnasium Max Uhle in ihrer Heimatstadt. Nach einem Studium der Philologie an der staatlichen Universität San Agustin in Arequipa setzte sie ihre akademische Ausbildung in Germanistik, Romanistik, ungarische Philologie und Übersetzung in Budapest, Barcelona und Freiburg fort. Von 1990 an war sie Lehrbeauftragte und Lektorin im Romanischen Seminar der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg und seit 2001 hat sie einen Lehrauftrag für spanische Sprache und Literatur an der Universität zu Köln.

Ihr Schaffen als Schriftstellerin begann früh mit Lyrik und Kurzgeschichten. Aber erst 1994 gelang ihr der Durchbruch mit ihrem Erstlingsroman „El copista“, welcher den Förderpreis Herralde des Verlags Anagrama erhielt.

15. April 2014

Vargas Llosa weiht Bibliothek in seinem Geburtshaus ein

Von Richard Meier, Themen Kultur, Literatur

Der peruanische Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa hat am Montag die Einrichtung einer Bibliothek in seinem Geburtshaus in Arequipa eingeweiht. In der schon seit längerem als Vargas-Llosa-Museum genutzten Villa sollen einmal über 30.000 Bücher aus der Privatsammlung des Schriftstellers aufgehoben werden. Die ersten 2.700 Exemplare mit persönlichen Notizen sind nun eingetroffen. Vargas Llosa war am 28. März 1936 in dem Haus mit der Adresse Parra 101 zur Welt gekommen.

12. März 2013

Vargas Llosa erzählt von Helden hinter dem Wirtschaftsboom

Von Richard Meier, Themen Kultur, Literatur

Der neue Roman des peruanischen Literaturnobelpreisträgers Mario Vargas Llosa ist heute in Lateinamerika und Spanien erschienen. "El héroe discreto" – die deutsche Übersetzung mit dem Titel "Ein diskreter Held" kommt am 16. September in die Buchläden – handelt von zwei Geschäftsleuten, die der Korruption und anderen moralischen Problemen als einer Kehrseite des Wirtschaftsaufschwungs widerstehen. Der einfache Spediteur Felícito Yanaqué in der nordperuanischen Küstenstadt Piúra wird von der Mafia erpresst, dem erfolgreichen Versicherungsunternehmer Ismael Carrera in Lima trachten die eigenen Söhne nach seinem Besitz.