13. September 2015

Elmo León - 14 000 Jahre Ernährung in Peru

Von Gerardo Basurco, Themen Gastronomie, Archäologie, Newsletter - 2015 - 10 Oktober

Elmo León - 14 000 Jahre Ernährung in Peru

Elmo León Canales studierte Archäologie in Peru und absolvierte in Bonn ein Promotionsstudium über Frühgeschichte, alte Amerikanistik und klassische Archäologie. Seither hat er einige Bücher und mehr als 35 wissenschaftliche Studien verfasst und ist Berater der Nationalen Kommission für wissenschaftliche und technologische Forschung (Conacyt) in Chile und anderen Institutionen.

Derzeit wirkt er als Dozent an der Universität San Martin de Porres und der Katholischen Universität in Lima und als Forscher im peruanischen Museum für Archäologie, Anthropologie und Geschichte. Seine Arbeiten wurden mit der Aufnahme als Forscher des anerkannten Smithsonian Instituts in Washington gewürdigt. Kürzlich erhielt er die Auszeichnung „Rocoto de oro“ für hervorragende Forschungsleistungen im gastronomischen Bereich auf der gastronomischen Messe Mistura in Lima. Prämiert wurde sein Buch „14 000 Jahre Ernährung in Peru“, welches sich mit Nahrungsmitteln, ihrem Ernährungswert, Konservierungstechnologien und deren Speicherung vor den Inkas auseinandersetzt. Ergebnisse der Forschung Leóns sind, dass

  • bereits vor 8 000 Jahren die Zubereitung der Lebensmittel in Form der Pachamanca (Garen von Fleisch und Gemüse mit heißen Steinen in der Erde) erfolgte,

  • Johannisbrotbaum, Bohnen, Erdnüsse, Süsskartoffel, Kartoffel und andere Knollengewächse, Maniok, Lima-Bohnen, Mais und Quinoa bereits zwischen 5 000 und 10 000 Jahren v. C. im Andenraum konsumiert wurden,
  • die Guave sehr beliebt unter der Bevölkerung war und
  • der Pelikan, der Kormoran und die Anchovis die wichtigsten Quellen von tierischen Proteinen waren.

Das Buch stellt ferner eine gründliche Analyse von 326 pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln dar, der biochemische Werte, ethno-archäologische Daten und Pathologien (aufgrund Ernährungsproblemen) zugrunde liegen. Das Werk möchte den Blick auf die Vergangenheit und den Konsum von frischen – manche in rohem Zustand – gesunden und verschiedenartigen Nahrungsmittel lenken. Das Buch soll als Nachschlagewerk für Biologen, Botaniker, Lebensmitteltechnologen, Ernährungsspezialisten, Historiker, Anthropologen, Ethnologen, Ärzte, Pathologen, Archäologen und die interessierte Öffentlichkeit in peruanischen Nahrungsmittel, insbesondere der Chefs und Gastronomen, dienen.

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Über den Autor

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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