WirtschaftIm Bild: Geschäftsstraße in Limas Vorzeigeviertel Miraflores. Hier ist die Modernisierung Perus sichtbar vorangekommen. Ungeachtet der erfolgreichen Wirtschaftspolitik der Regierungen seit 2001, der ökonomischen Stabilität mit hohen Wachstumsraten und einem Rückgang der großen Armut dauert andererseits in der Bevölkerung eine Unzufriedenheit über die bisher erreichten sozialen Fortschritte an.

Wirtschaftsstruktur

Perus Wirtschaft stützt sich vor allem auf Verarbeitendes Gewerbe, Bergbau, Handel und Landwirtschaft. Die neuesten gesicherten Daten zur Wirtschaftsstruktur beziehen sich auf das Jahr 2007. Demnach haben die einzelnen Sektoren folgende Anteile am Bruttoinlandsprodukt:

  • Verarbeitendes Gewerbe: 16,5 %
  • Rohstoffe (Öl, Gas, Mineralien): 14,4%
  • Groß- und Einzelhandel: 10,2%
  • Land- und Forstwirtschaft: 6,0%
  • Bauwirtschaft: 5,1%
  • Transport/Logistik: 5,0%
  • Öffentliche Verwaltung/Militär: 7,4%
  • Gewerbliche Vermietungsdienstleistungen: 4,2%
  • Banken/Versicherungen: 3,2%
  • Hotels/Gaststätten: 2,9%
  • Telekommunikation/Informationsdienste: 2,7%
  • Elektrizität, Gas, Wasser: 1,7%
  • Fischerei: 0,7%
  • Sonstige Dienstleistungen (Erziehung, Gesundheit etc.): 11,8%

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Wirtschaftsentwicklung

Peru gehörte in den letzten zehn Jahren mit Wachstumsraten von durchschnittlich sechs Prozent zu den dynamischsten Volkswirtschaften in Lateinamerika. Auch als im Jahr 2009 die Weltwirtschaft infolge der Finanzkrise in die Knie ging, nahm das Bruttoinlandsprodukt immerhin um ein Prozent zu. Im Jahr 2014 zeigte Perus Wirtschaft allerdings Bremsspuren, weil die beiden größten Branchen, das verarbeitende Gewerbe und der Bergbau, um schrumpften. Seither hat die Konjunktur dank des Aufschwungs im Bergbau aber wieder angezogen: Die Wirtschaftsleistung stieg 2015 um 3,3 Prozent und 2016 um 3,9 Prozent (ausführlicher Bericht hier).

Die jährlichen Wachtsumsraten des Bruttoinlandsprodukts und Prognosen (Quelle: Peruanische Zentralbank, März 2016).

In absoluter Höhe belief sich Perus Bruttoinlandspodukt zuletzt auf gut 200 Milliarden US-Dollar, was der Wirtschaftsleistung Tschechiens entspricht. In Lateinamerika steht das Land damit an siebter Stelle hinter Brasilien, Mexiko, Argentinien, Venezuela, Kolumbien und Chile.

Die Inflation betrug 4,1 Prozent im Jahr 2015, nach 3,2 Prozent im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote im Großraum Lima bewegt sich seit 2013 zwischen 5,5 und 7 Prozent. Die Staatsverschuldung ist nach mehrjährigen Haushaltsüberschüssen auf 20 % des Bruttoinlandsprodukts gesunken. Seit 2014 gab die Regierung jedoch wieder mehr aus, als sie einnahm: 2016 betrug das Defizit, also die Neuverschuldung, 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Grund waren u.a. Steuerermäßigungen zur Stützung der Konjunktur. Die peruanische Zentralbank verfügt über Devisenreserven von mehr als Mrd. US-Dollar, also fast einem Drittel des Bruttoinlandsprodukts.

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Außenwirtschaft

Der Außenhandel Perus hat sich seit der Jahrtausendwende stark ausgeweitet, wobei die Handelsbilanz positiv war, d.h. dass das Land mehr exportierte als importierte. Nach Exportrückgängen überflügelten allerdings im Jahr 2014 die Einfuhren (40,8 Mrd. USD) die Ausfuhren (39,5 Mrd. USD), sodass sich ein Handelsbilanzdefizit von 1,3 Mrd. US-Dollar bzw. 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergab. 2015 sanken die Einfuhren um 9,3 % auf 37 und die Ausfuhren sogar um 13,6 % auf 34,2 Mrd. US-Dollar. In der Folge nahm das Handelsbilanzdefizit auf 2,9 Mrd. US-Dollar zu. 2016 allerdings stiegen die Exporte wieder an, sodass Peru einen Handelsbilanzüberschuss von 0,9  Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufwies. Die Direktinvestionen ausländischer Unternehmen blieben wie im Vorjar bei knapp 7 Mrd. Euro. Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen betrug Ende 2016 in Peru 91 Mrd. US-Dollar.

Die wichtigsten Zielländer für peruanische Exporteure waren im Jahr 2015: China (7,3 Mrd. USD), USA (5 Mrd. USD), Schweiz und Kanada (je rd. 2,5 Mrd. USD), Japan, Brasilien, Spanien, Chile und Südkorea (je rd. 1,1 Mrd. USD) sowie Deutschland und Kolumbien (je 0,9 Mrd. USD). Aus diesen Ländern führte Peru auch am meisten ein, und zwar in dieser Reihenfolge: China (8,3 Mrd. USD), USA (7,4 Mrd. USD), Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Südkorea, Deutschland, Chile und Japan (je zwischen 1 und 2 Mrd. USD). Zum Handel zwischen Peru und Deutschland detaillierter Bericht hier.

Perus Hauptexportgut sind metallische Bodenschätze. Sie machten im Jahr 2015 mit 19 Mrd. US-Dollar gut die Hälfte aller Verkäufe ans Ausland aus. An erster Stelle stehen hier Kupfer (8,1 Mrd. USD) und Gold (6,6 Mrd. USD), gefolgt von Blei und Zink (je 1,5 Mrd. USD). Daneben steuern Öl und Erdgas 2,3 Milliarden US-Dollar bei. Hinzu kommen Erzeugnisse der Landwirtschaft und Viehhaltung für knapp 5 Mrd. US-Dollar, Fischmehl- und Fischöl für 1,4 Milliarden US-Dollar sowie weitere Fischereiwaren für 0,9 Milliarden US-Dollar. Schließlich gehören Chemieprodukte (1,4 Mrd. USD) und Textilien (1,3 Mrd. USD) zu den wichtigeren Ausfuhrgütern Perus. Die wichtigsten Importgüter waren 2015 Kraftfahrzeuge (über 2 Mrd. USD), Rohöl (1,6 Mrd. USD), Treibstoffe (1,2 Mrd. USD), Mobiltelefone (1,1 Mrd. USD) sowie Sojaprodukte, Mais, Getreide, EDV-Geräte, Fernseher und Medikamente (je 0,3 bis 0,6 Mrd. USD).

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